Deponie vor dem Haus: Zukunft ist ungewiss
Eine geplante Bodenaushubdeponie am Alpl ist nicht nur der Gemeinde Krieglach ein Dorn im Auge. Auch die Anrainer wehren sich jetzt mit einer Unterschriftenaktion.

Foto © AuerFamilie Ebner versucht, auch mit Plakaten am Haus auf die Deponiepläne aufmerksam zu machen
Unsere Hoffnung hat sich zerschlagen, dass es mit der Deponie nichts wird", sagt Johann Ebner vulgo Steffelbauer. Nahe am Hof der Ebners soll eine Bodenaushubdeponie entstehen, auch ein Tonabbau ist auf dem Gelände geplant, die Behördenverfahren laufen.
Für die Ebners - sie bewirtschaften das ganze Tal unterhalb der Deponie - ist das wieder eine Belastung mehr: Gleich gegenüber dem Haus steht ein Mast der 380-kV-Leitung, direkt am Haus vorbei führt die Alpl-Landesstraße mit Rasern, Schwerverkehr und steigender Anzahl an Mautflüchtlingen. "Aber wir genießen den Blick, von hier aus", scherzt Ebner angesichts des Waldheimat-Idylls vor dem Küchenfenster.
Pläne durchkreuzt
Sohn Christoph, als Landmaschinenkonstrukteur bei Vogel & Noot tätig, will mit seiner Frau Uschi nun die Landwirtschaft im Nebenerwerb übernehmen. Aber: Das Paar wohnt mit seinen Kindern Michael (4) und Julia (2) in Langenwang. Um die Arbeit auf dem Hof schaffen zu können, müsste es auch am Anwesen leben. Durch die Deponie steigen Verkehr, Lärm und Staubbelastung, und das auf unbestimmte Zeit.
"Ich weiß nicht, ob ich mit den Kindern da wohnen will", sagt Uschi Ebner. "Wenn das nur vorübergehend wäre, wäre es egal, aber das ist ja Open-end da drüben." An nötige Umbauarbeiten am Hof für die beiden Familien wagt sich der Jungbauer deswegen nicht. Weshalb die Weiterführung des Hofes in weiterer Folge gefährdet sein könnte. Als Anrainer fühlen sich die Ebners gegenüber der Bürokratie machtlos: "Ich war bei einer Verhandlung geladen, da wurde elendslang diskutiert, welche Schneelast ein bestimmter Baucontainer tragen kann", erzählt Ebner. Einwände seinerseits - etwa, was Geschwindigkeitsbeschränkungen für Lkw auf der Zufahrt zur Deponie betrifft - wurden schnellstens abgewehrt, oder man erklärte sich für nicht zuständig.
Auch dass eine seiner zwei Quellen unterhalb der Deponie durch die Grabarbeiten versiegt, befürchtet Ebner: "Aber weil sie nicht im amtlichen Wasserbuch eingetragen ist, ist sie nicht schützenswert. Wieder eine Erfahrung mehr." Kampflos zusehen wird Ebner aber nicht. "Die Deponie betrifft ja viele Anrainer", sagt er. "Die Lkw, die zur Deponie fahren, die müssen alle durchs Aichfeld." Und das ist dicht besiedelt. Nun gibt es eine Unterschriftenliste, die in Krieglach aufliegt (siehe Kasten).







