Denn steter Tropfen höhlt den Stein
20 Mürztaler Jugendliche sagen dem Alkohol am Steuer den Kampf an. Als Verein "Drink-OR-Drive. Aktion sicher nach Hause" engagieren sie sich mit Aufklärungsarbeit für mehr Bewusstseinsbildung.

Foto © APAIn der ganzen Steiermark säumen Kreuze oder Kerzen Straßenränder, an denen ein Unfall ein Menschenleben forderte
Zur Zeit sind die Jugendlichen viel bei Veranstaltungen und Festen unterwegs - mit einem Alkoholtestgerät, das so mancher Testperson Überraschungen bereitet: dass die Einschätzung der eigenen Betrunkenheit nämlich oft weit daneben liegt. Geschätzte 0,5 Promille seien meistens ein Promille und mehr, erzählt Alexander. Alexander ist 19, kommt aus Kapellen und gehört auch dem Verein an. Gemeinsam mit Martina und Bettina aus Langenwang, Stefan aus Mürzzuschlag und Ben aus Neuberg erklärt er die Ziele: Bewusstseinsbildung, aber auch Maßnahmen erreichen, die dem Alkohol am Steuer den Kampf ansagen.
Für die Aktion gewinnen.
Schlecht informiert. Wenn die Jugendlichen zu ihren Alkotestaktionen ausrücken, hat das positive Nebeneffekte: Gespräche und Diskussionen etwa. Denn es gibt großen Aufklärungsbedarf. Viele glauben, es gibt noch die 0,8 Promille-Grenze. Und man erfährt, dass Alkohol für viele schon zum Schicksal wurde. Stefan: "Es betrifft jeden."
Freund verloren. Was es heißt, wenn es einen betrifft, das haben die Jugendlichen erlebt. Sie haben einen Freund durch einen Unfall verloren - er wurde überfahren. "Das kannst du keinem beschreiben", erklärt Stefan, dass es für den Schmerz keine Worte gibt. Deswegen engagieren sich die Jugendlichen: "Damit die anderen nie erfahren müssen, wie das ist", sagt Bettina.
Steter Tropfen. Den jungen Leuten ist es auch ein Anliegen, dass mehr kontrolliert wird - nach Bällen, Veranstaltungen, Festen. Denn Alkohol am Steuer darf kein Kavaliersdelikt sein. Aber sie wissen, dass die Polizei personelle Grenzen hat. Und so haben sie Vorschläge: Zivildiener als Polizeikontrollassistenten für Alkoholkontrollen einsetzen und "Alcoguards" einführen. Letztere gibt es in Skandinavien für verurteilte Alk-Lenker: Diese Autoschlüssel starten ein Auto nur, wenn man ins dazugehörige Röhrchen bläst und keine Alkoholisierung vorliegt.
5.000 Taschenkalender. Und die Jugendlichen machen ihre Arbeit weiter: 5000 Taschenkalender wurden ausgeteilt, eine Plakatkampagne ist in Umsetzung. Bettina: "Wichtig ist auch die Vernetzung." Die gibt und wird es geben mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, Autofahrerclubs und der Politik. Martina sagt, wieso sie das tun. "Steter Tropfen höhlt den Stein."
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Fakten
"Drink-OR-Drive" - Aktion Sicher nach Hause" besteht seit Oktober. Aktionen: Behördenkontakt, Plakataktionen, Verteilung von Informationsmaterial, Alkotestaktionen, Vernetzungsarbeit. Internet: www.drink-or-drive.at. Spenden: Die Kontonummer lautet 80 42 00 65 195, BLZ: 60000. Mit den Spenden unterstützt man die Aufklärungsarbeit des Vereins.








