Pflegezentrum: Kindberg hofft auf Ausgleich
Das Landespflegezentrum Kindberg wird aufgelassen, in Mürzzuschlag wird neben dem LKH neu gebaut.

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Auch wenn er es schon länger gewusst hat: Freude hat der Kindberger Bürgermeister Christian Sander (SPÖ) mit der Absiedelung des Landespflegezentrums aus seiner Stadt keine. Wurde doch vorgestern in Landtag endgültig beschlossen, in der Stadt Mürzzuschlag ein neues Pflegezentrum zu errichten. Entstehen wird das neue Gebäude neben dem Landeskrankenhaus, auf dem Areal des Hubschrauberlandeplatzes des Spitals.
"Wir verlieren dadurch Arbeitsplätze und Einwohner", klagt Bürgermeister Sander. So leben derzeit rund 150 pflegebedürftige Menschen im Kindberger Heim, das 120 Arbeitsplätze bietet. Sander hofft nun, dass das Land Steiermark den Kindbergern einen gewissen Ausgleich bieten wird. "Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder hat zugesagt, dass wir dafür mehr Betten in unserem Bezirkspflegeheim bekommen", sagt Sander.
Auch das Pflegeheim des Sozialhilfeverbands, das im Kindberger Stadtteil Hadersdorf entstehen wird, könnte den Abgang des Landespflegezentrums ein wenig kompensieren. "Zum einen wollen wir dort Ersatzarbeitsplätze, zum anderen schwebt uns die Errichtung einer Frischküche vor, die nicht nur das Heim, sondern auch die Aktion Essen auf Rädern beliefert", erklärt Sander.
Heime zu den Spitälern
Des einen Freud, des andern Leid: "Für uns ist das eine glückliche Fügung, dass wir in Mürzzuschlag den Baugrund neben dem LKH haben", sagt ÖVP-Landesrätin Edlinger-Ploder. Denn eine Maxime im Pflegebereich lautet, die Heime künftig so nahe wie möglich an die Krankenhäuser anzudocken - wegen der rascheren medizinischen Versorgungsmöglichkeit der Pflegebedürftigen.
Heftige Kritik an der Schließung des Kindberger Heims übt der freiheitliche Landtagsabgeordnete Hannes Amesbauer: "Nach der Chirurgie Mürzzuschlag fällt jetzt auch Landespflegeheim Kindberg dem rot-schwarzen Sparstift zum Opfer", wettert Amesbauer. Für ihn gibt es dadurch nur Verlierer: "Die Stadt Kindberg verliert Einwohner, Arbeitsplätze und Einnahmen. Die Heimbewohner verlieren ihre vertraute Umgebung, die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz." Der Abgeordnete bezweifelt auch jeglichen Spareffekt.








