260 Krähen stehen heuer auf der Abschussliste
Die Krähen machen auch in der Mürztaler Landwirtschaft Schäden. In beiden Bezirken zusammen beträgt die Abschussquote heuer 260 Stück, das ist nur ein Bruchteil von anderen Bezirken.

Foto © APKrähen dürfen auch im Mürztal gejagt werden, aber die Abschussquoten sind relativ niedrig
Der Mürzzuschlager Bezirksjägermeister Dieter Andrieu stellt von vornherein eines klar: "Wir sind in dieser Angelegenheit nur die Vollzugsorgane und leisten Schützenhilfe für die Landwirtschaft." Gemeint sind die Krähenabschüsse, für die es im Bezirk Mürzzuschlag heuer 160 Bewilligungen gibt. Zum Vergleich: Im Bezirk Hartberg, wo die Schäden auf Spezialkulturen ungleich höher sind, liegt die Abschussquote bei 3000 Stück.
Als Grundlage für die Zuteilung mussten die Bauern Schadensmeldungen abgeben, worauf das Land die Quote festsetzte. Schäden verursachen die Krähen vor allem durch das Auszupfen von Jungpflanzen und das Aufpicken von Siloballen.
Laut Andrieu werden sie häufig mit der alten Methode der "Hüttenjagd" erlegt. Dabei wird eine Uhu-Attrappe gut sichtbar aufgestellt. "Die Krähen kommen sofort in Scharen, um ihren Todfeind zu vertreiben, und können dabei erlegt werden." Sonst ist es wegen der Intelligenz der Tiere sehr schwer: "Sie erkennen nicht nur einzelne Jäger, sondern schon deren Autos und sind dann sofort weg", zollt Andrieu den Rabenvögeln Anerkennung.
100 Stück in Bruck
Auch der Brucker Bezirksjägermeister Max Hörmann ist keineswegs ein Feind dieser schwarzen Vögel: "Ich habe drei im Garten und füttere sie hin und wieder, da kommen sie ganz nah heran. Aber wenn sie ein Gewehr sehen, sind sie sofort weg."
100 Krähen dürfen im Bezirk Bruck heuer geschossen werden. Das Kontingent ist deshalb geringer als in Mürzzuschlag, weil die Äcker in den Talböden nicht so ausgedehnt sind. Auch im Bezirk Bruck gibt's Schäden durch Fehlgärungen in aufgepickten Siloballen sowie Schäden bei Getreide und vor allem bei Sonderkulturen wie etwa Erdbeeren.
In südlichen Bezirken werden die Krähen - mit Sonderbewilligungen - auch in größeren Mengen gefangen. "Bei uns werden sie mit Schrot erlegt. Jeder Abschuss ist sofort dem Bezirksjagdamt zu melden", sagt Hörmann, "und wenn das Kontingent erschöpft ist, ist die Jagd zu Ende".









