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Zuletzt aktualisiert: 24.11.2011 um 11:19 UhrKommentare

Das Mürztal leidet unter dem Feinstaub

Die Feinstaub-Werte sind derzeit im Mürztal so hoch wie nie zuvor. Es fehlen der Wind und die Niederschläge. Neben dem Verkehr ist aber auch der Hausbrand ein großer Verursacher.

Foto © AP

In den letzten Tagen konnte Graz die Feinstaub-Laterne mehrmals an das Mürztal abgeben. Besonders die Stadt Mürzzuschlag, die im letzten Winter nur zwei Feinstaub-Tage hatte, ist derzeit extrem hoch belastet. So lag etwa gestern um 8 Uhr morgens das Gebiet "Bruck und Mürztal" um 61 Prozent über dem Grenzwert - der mit Abstand höchste Wert des Landes und weit über jenem von Graz.

So geht's nun schon seit mehr als einer Woche. Mürzzuschlag kommt kaum noch unter den Wert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft, der bisherige Höchstwert von 81,4 Mikrogramm wurde vorgestern Mittag erreicht. Bruck und Kapfenberg lagen deutlich besser, auch bei den Feinstaubtagen im heurigen Winter: Kapfenberg hatte bisher zwei Überschreitungen, Bruck neun und Mürzzuschlag lag an 13 Tagen über dem Grenzwert - so oft wie in den letzten drei Jahren zusammen.

Wer ist schuld?

Der Autoverkehr ist laut Expertenmeinung ein ganz zentraler Feinstaubverursacher. Aber zuletzt kam auch immer stärker der Hausbrand in Verdacht. Weil Öl und Gas derzeit sehr teuer sind, greifen jene, die die Möglichkeit haben, gern auf Festbrennstoffe zurück. Und so ein alter Ofen frisst so ziemlich alles, was man ihm hineinschiebt.

Dass aber in großem Stil minderwertiges Material oder gar Müll verheizt wird, glaubt etwa der Mürzzuschlager Stadtamtsdirektor Friedrich Lang nicht: "Wir haben schon in den Achtziger Jahren den Großteil der Gemeindewohnungen auf Öl und Gas umgestellt. Aber auch sonst hören wir wenig Beschwerden. Allerdings gehen diese oft direkt an die zuständigen Personen, und das sind die Rauchfangkehrer." Diese sind meist auch die zuständigen Amtsorgane für die Überprüfung von Heizanlagen. Je nach Art und Leistung der Anlagen schwanken die Intervalle der Überprüfung von einem bis zu fünf Jahren.

Spontan kontrolliert wird aber, wenn Anzeigen eingehen. Diese kommen entweder an die Gemeinden oder direkt an die Rauchfangkehrer. Der Mürzzuschlager Klaus Kraischek, der auch Amtsorgan für diese Überprüfungen ist, hat aber unter diesem Titel nicht allzu viel zu tun: "Das sind im Jahr vielleicht zehn Fälle, in denen ich gerufen werde. Und oft stehen nachbarliche Streitigkeiten dahinter."

Es wird besser

Auch wenn wegen der Wetterlage die Feinstaubbelastung derzeit sehr hoch ist, ist auch Rauchfangkehrer Kraischek davon überzeugt, dass sich die Lage in den letzten Jahren deutlich gebessert hat: "Im Vergleich zu dem, was früher durch Industrie und Hausbrand hinausgeblasen wurde, ist es heute wesentlich weniger."

Siehe auch Thema Seiten 16/17

FRANZ POTOTSCHNIG

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