Seit 20 Jahren ein Netz für Betroffene
"VertretungsNetz", der Verein für Sachwalterschaft in Bruck, ist 20 Jahre alt. Sieben haupt- und 22 ehrenamtliche Mitarbeiter betreuen Menschen, die den Alltag alleine nicht mehr schaffen.
Dass der Verein für Sachwalterschaft, heute "VertretungsNetz", 1991 auch nach Bruck kam, geht auf den früheren Justizminister Christian Broda zurück. Bis 1984 gab es in Österreich die Entmündigungsordnung, die dann durch das Sachwaltergesetz abgelöst wurde. Diese Professionalisierung der Sachwalterschaft mündete in die Gründung des Vereins, den Broda in Auftrag gegeben hatte.
Ausgehend von Wien ging der Verein in die Bundesländer. Im Jänner 1991 wurde in Bruck mit zwei Mitarbeitern gestartet. Damals gab es 89 ständige Sachwalterschaften am Bezirksgericht Bruck. Heute betreuen sieben hauptberufliche und 22 ehrenamtliche Sachwalter an die 500 Menschen. Zusätzlich hat der Verein, der für die Bezirksgerichte Bruck, Mürzzuschlag, Leoben und Frohnleiten zuständig ist, noch drei administrative Mitarbeiterinnen angestellt.
Die ehrenamtlichen Sachwalter kommen aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten, wissen Bereichsleiterin Andrea Kahlhammer und Sachwalter Georg Prehsfreund-Krieghammer. Ein gewisses Maß an Zeit ist für die Sachwaltertätigkeit aber unerlässlich. So sind vor allem Pensionisten oder ohnedies ehrenamtlich Tätige dabei, aber auch ein 30-jähriger Fabriksarbeiter.
Dennoch drücken personelle Sorgen. "Mindestens doppelt so viele Sachwalter wären nötig. Und die Richter wünschen sich viermal so viele", sagt Kahlhammer. Denn die Zahl der besachwalteten Personen steigt. Zum einen wird die Gesellschaft immer älter, zum anderen aber brauchen immer mehr junge Menschen einen Sachwalter.
Weiters ist "VertretungsNetz" auch als Patientenanwalt in der Psychiatrie tätig, und 2005 kam die Bewohnervertretung in Alten- und Pflegeheimen sowie Behinderteneinrichtungen dazu.









