Abwanderung der Kaufkraft: Was braucht es, um zu bleiben?
Diese Frage diskutierten in Mürzzuschlag Bürgermeister Karl Rudischer (SPÖ) und Grün-Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner.

Foto © Jürgen FuchsEinkaufszentren saugen Kaufkraft aus den Städten ab
Die Grünen hatten zur Diskussion "Was braucht es, um zu bleiben?", geladen. Thema war die Abwanderung, und diskutiert haben der Mürzzuschlager Bürgermeister Karl Rudischer und der Landtagsabgeordnete der Grünen, Lambert Schönleitner - auf faire Art, Moderator Karl Doppelhofer musste nie schlichten. Gleich zu Beginn brachte Schönleitner die Novelle zum neuen Raumordnungsgesetz aufs Tapet. Und man diskutierte die Abwanderung von Kaufkraft in Richtung Einkaufszentren - eine Gefahr für die Infrastruktur der Städte.
Um der Abwanderung zu begegnen, "braucht es Ruhe und Besonnenheit und die Zusammenarbeit der besten Köpfe", meinte Rudischer. Die Errichtung des Industrieparks für mehr Arbeitsplätze, den Ausbau der Lehrwerkstätte zur "FacharbeiterInnenakademie", die Bereitstellung einer Infrastruktur für die Bewohner - von Schwimmbad bis Sportplatz - seien Mürzzuschlager Gegenmaßnahmen. Und er forderte Optimismus ein.
Besonnen sei man lange genug gewesen, meinte Schönleitner. Er betonte er immer wieder, dass die Politiker der Obersteiermark in Graz stärker auftreten müssten, um Unterstützung zu lukrieren. Da fehle Zusammenhalt. "Der Süden der Steiermark hat eine große Lobby", mahnte er und appellierte für die Ansiedelung neuer Technologien.
Die habe man bereits hier, konterte Rudischer mit Blick auf den Industriepark Robotik. Rudischer richtete an Lambert Schönleitner dann den Appell, die Landespolitik möge schauen, dass der Bund die Ertragsanteile anders auszahlt. Dass mehr Geld kommt, je mehr Einwohner ein Ort hat, das müsse sich ändern, um die Regionen zu stärken.
Mit Stellungnahmen ergänzt wurde die Diskussion durch Raumplaner Heiner Hierzegger und Silvia Hartleb, Expertin für regionale Wertschöpfung. Zur Sprache kam auch das Thema Umwelt und Erneuerbare Energie. Das Publikum sah hier eine große Chance auf mehr Wertschöpfung für die Region. Aus dem Publikum kam auch ein Appell: "Wir brauchen keine Jammerer. Was der Region fehlt, sind Menschen, die hinausgehen und zu dieser Region stehen."







