Brahms-Museum als Flügel-Dorado
Das Brahmsmuseum beherbergt schon drei historische Flügel aus dem 19. Jahrhundert.

Foto © Brahms-MuseumIngrid Marsoner spielt am Samstag auf einem historischen Flügel
Das Spielen auf historischen Instrumenten ist in der Alten Musik heute schon zur Selbstverständlichkeit geworden, die Musik der Romantik hingegen wird noch fast ausschließlich auf modernen Instrumenten interpretiert. Umso löblicher ist die Initiative des Brahmsmuseums Mürzzuschlag, seine Räumlichkeiten mit historischen Flügeln auszustatten.
"Bei der romantischen Musik geht es um Nuancen, für die man feinhörig sein muss", erläutert Ronald Fuchs vom Brahmsmuseum den Unterschied zwischen einem modernen und einem historischen Instrument. Bei der langen Nacht der Museen am Samstag wird nun der bereits dritte Flügel aus dem 19. Jahrhundert, den das Museum beherbergt, von der jungen österreichischen Pianistin Ingrid Marsoner eingeweiht.
Das neue Instrument ist eine Leihgabe aus Privatbesitz, hergestellt von der renommierten Leipziger Firma Julius Blüthner um das Jahr 1862. Johannes Brahms hat auf solchen Flügeln des öfteren bei Konzerten in Deutschland gespielt, was für das Brahmsmuseum einen zusätzlichen Wert darstellt.
"Es freut mich, dass wir nun Klaviere aus den drei wichtigsten europäischen Klavierbauschulen bei uns haben", sagt Fuchs. Neben dem deutschen Blüthner-Flügel sind das der um 1880 gebaute Streicher-Flügel, der die Wiener Tradition repräsentiert, und der Bachmann-Flügel von ca. 1850 als Vertreter der französischen Klavierbauschule.
Ingrid Marsoner wird das neue Prunkstück des Museums bei der langen Nacht der Museen gleich drei Mal zum Erklingen bringen: Um 19 Uhr spielt die Pianistin Bachs Goldberg-Variationen, um 20.30 Uhr sind die letzten Klavierstücke von Franz Schubert zu hören und um 22 Uhr ist Beethovens letzte Klaviersonate an der Reihe.









