In der Krise für später lernen
Wie kann man die Belegschaft von Firmen ohne Kündigung über die Krise bringen? Darüber wurde in Leoben-Donawitz diskutiert. Zum Beispiel kann man die Zeit für Fortbildung nützen.

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Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise sind Unternehmen mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Das Regionalmanagement Obersteiermark Ost - zuständig für die Bezirke Mürzzuschlag, Bruck und Leoben - lud kürzlich Unternehmer zu einem Gespräch in das "Communications Center Donawitz", um sie über "intelligente Arbeitszeitmodelle" zu informieren, die in Krisenzeiten Arbeitsplätze und Standorte sichern können.
Beratungstage."Wir müssen Modelle des Entgegenwirkens entwickeln, das ist unser Ziel", erklärte Manfred Juricek vom Arbeitsmarktservice Mürzzuschlag, der auch den Regionalen Beschäftigungspakt ins Spiel brachte. Gabriela Grabner vom AMS Steiermark erläuterte das umfangreiche Förderungsprogramm, von Kurzarbeitsbeihilfen bis zu Bildungskarenzmöglichkeiten. Nicht zu unterschätzen sei auch, dass Unternehmen bis zu 15 kostenlose Beratungstage bekommen können. "Wir haben bei der Bildungskarenz einen enormen Anstieg verzeichnet. Allerdings ist eine solche Förderung mit 100 Personen pro Betrieb beschränkt. Derzeit sind in der Steiermark 31 Betriebe in Kurzarbeit, 42 haben eine solche beantragt", erklärte sie.
Arbeitszeitverteilung. Franz Schrank, Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung der Wirtschaftskammer, betonte: "Es gibt nicht die Einheitsmaßnahme schlechthin. Man kann die Arbeitszeit anders verteilen, beispielsweise durch Zeitausgleich, oder man kann sie reduzieren, durch Kurzarbeit."
Aus der Praxis sprach Andreas Mirtl, Geschäftsführer der Böhler Bleche Mürzzuschlag, in dessen Unternehmen 450 Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen sind. Auch Kündigungen gab es bereits. Kurzarbeit und Bildungskarenz werden als Reaktion auf die Krise durchgeführt.
Information."Wichtig ist, dass man die Mitarbeiter über alle Schritte gut informiert, das muss die Geschäftsführung machen", sagte Mirtl. Besonders die Bildungskarenz sei eine gute Maßnahme: "In Zeiten der Hochkonjunktur ist es sehr schwierig, Mitarbeiter weiterzubilden. Jetzt kann die Zeit genutzt werden, und wenn die Zeiten wieder besser werden, hat man besser ausgebildete Mitarbeiter, die auch motiviert sind", erzählte er.
Ziele. Dabei sind die Ziele der Mitarbeiter vielfältig. Manche holen den Lehrabschluss nach, andere machen die Meisterprüfung oder lassen sich in speziellen Fachbereichen ausbilden.






