Asfinag und Fahrschulen für richtigen "Tunnelblick"
Die Asfinag will gemeinsam mit den steirischen Fahrschulen das richtige Verhalten bei Pannen oder Unfällen in den Tunnelröhren lehren.

Foto © APAWas soll man tun, wenn es im Tunnel kracht?
Vor fast genau zehn Jahren, am 29. Mai 1999, ereignete sich im Tauerntunnel eine der schlimmsten Tunnelkatastrophen der Geschichte. Ein Lkw fuhr fast ungebremst auf einen vor ihm stehenden Pkw, der dadurch auf einen mit Lackfässern beladenen Lastwagen knallte, der sofort zu brennen begann. Die schreckliche Bilanz: Zwölf Tote, mehrere Dutzend Verletzte.
Trendwende. Dieses Unglück markierte eine Trendwende im Tunnelbau - weg von den "einröhrigen Todesfallen". Und so wird es bald im Bereich der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG, kurz Asfinag, keinen einröhrigen Tunnel mehr geben.
Tunnel ohne Gegenverkehr. Pannen und Unfälle sind aber auch in einem Tunnel ohne Gegenverkehr nicht ausgeschlossen. Und in solchen Fällen machen die Bediensteten der Asfinag, die die Tunnel überwachen, immer die gleiche Beobachtung: "Der erste Griff der Beteiligten ist der zum Handy. Aber das ist grundfalsch", erklärt Asfinag-Pressesprecher Volker Höferl.
Richtiges Verhalten. Um die Autofahrer das richtige Verhalten bei solchen Ereignissen im Tunnel zu lehren, hat die Asfinag kürzlich die steirischen Fahrschulen zu einer Besichtigung des nunmehr endgültig sanierten Tanzenbergtunnnels auf der Semmering-Schnellstraße S 6 eingeladen.
Wichtige Multiplikatoren. "Die Fahrschullehrer sind für uns ganz wichtige Multiplikatoren für das richtige Verhalten im Tunnel", sagt Höferl. Zwar wird seit einiger Zeit in der Lenkerausbildung verstärkt auf diese Problematik eingegangen, aber die Fahrschulen beklagen, keine entsprechenden Schulungs-Videos zu haben. Auch hier will die Asfinag einhaken und gemeinsam mit den Fahrschulen ein Demonstrations-Video erstellen, das auf die Bedürfnisse der Lenkerausbildung Rücksicht nimmt.
Pilotprojekt. "Wir haben diese Zusammenarbeit als Pilotprojekt in der Steiermark begonnen, wollen sie aber auf ganz Österreich ausdehnen", sagt der Asfinag-Pressesprecher. Und auch bei der Fachtagung der Kraftfahrreferenten im Juni soll dieses Thema aufs Tapet kommen.
Features
Fakten
Bei Stau: Nicht wenden oder rückwärts fahren. Sofort den Motor abstellen.
Bei Panne oder Unfall: Warnblinkanlage einschalten, Fahrzeug am Abstellstreifen, in einer Pannenbucht oder am rechten Fahrbahnrand abstellen. Außerhalb der Pannenbucht das Fahrzeug mit Pannendreieck absichern. Motor abstellen und den Schlüssel stecken lassen.
Brand im Tunnel: Warnblinkanlage einschalten, Motor abstellen, Schlüssel stecken lassen und Fahrzeug sofort verlassen. Wenn möglich, den Brand in der Entstehungsphase mit Hilfe der im Tunnel verfügbaren Feuerlöscher löschen. Anderen helfen, an einen sicheren Ort zu gelangen, Erste Hilfe leisten. Bei starker Rauchentwicklung Tunnel über Fluchtweg verlassen.
Kein Handy im Tunnel benützen, sondern über Notrufnischen die Tunnelwarte verständigen.







