Gut Ding braucht schon zu viel Weile
Ernst Smole, Mürzer Musikschuldirektor, wünscht sich mehr Elan bei der Bereitstellung von Ressourcen für seine Musiktouristen.

Foto © KKErnst Smole, Mürzer Musikschuldirektor
Kurse über 40 Wochen im Jahr, 1500 Teilnehmer, 16.000 Nächtigungen, Begleit- und Folgetourismus, Auslastung gastronomischer Betriebe, Impulse für Handel und Gewerbe. Diese Visionen hat der Direktor der Johannes-Brahms-Musikschule, Ernst Smole, für den Musiktourismus in Mürzzuschlag. Smole: "Wir müssten es schon sehr blöd anstellen, dass das nicht Wirklichkeit wird." Nur: Dafür müsse jetzt bei der Beherbergung und bei den Räumlichkeiten für die Probenarbeit etwas weitergehen. Und das mit Tempo: "Wir werken jetzt fünf Jahre an dem Ding. Wenn wir 15 Jahre warten, sind die weg."
Kapazitäten an der Grenze. "Die", das sind vorwiegend jugendliche Gäste aus dem ost- und südostasiatischen Raum, die nach Mürzzuschlag kommen, um sich in der Musikschule in klassischer Musik weiterzubilden: in Orchestermusik, Chorsingen, instrumentalem Einzel- und Gruppenunterricht. Es kommen so viele Anfragen, dass man gar nicht alle annehmen kann.
Jugendgästehaus. Nur: Bei der Bereitstellung von Beherbergungsplätzen und Probenräumen ende die Kompetenz einer Musikschule, erklärt Smole und verweist auf Gemeinde und Tourismus. Die Gäste wollen unbedingt in Mürzzuschlag nächtigen, weil sie alles fußläufig erreichen können. Zur Zeit hat man eine gute Zusammenarbeit mit dem Hotel Winkler. Aber man braucht eine zusätzliche Beherbergung. Ein Jugendgästehauses wäre optimal.
Beherbergung. Hier sticht Smole das ehemalige Hotel Russmann ins Auge, das jetzt zur Beherbergung von Asylwerbern genutzt wird. Wobei die Besitzerin Gisela Wisniewski festhält: Sie will das Haus als Jugendgästehaus nutzen. Und sie definiert auch eine Zeitspanne von zwei bis drei Jahren bis zur Umsetzung dieser Pläne. Wenn die Flüchtlingswelle, wie erwartet wird, abflaut, will sie die Asylwerber in anderen Häusern unterbringen und das "Russmann" als Jugendgästehaus adaptieren - für Selbstversorger mit Kochgelegenheiten in den Zimmern. Aber rund um das Gebäude gibt es noch einiges an Problemen (siehe nebenstehende Seite). Dadurch könne jetzt nicht gebaut werden.
Wirtschaftsentwicklung. Bleibt noch der Wirtschaftskammersaal, den Smole für Proben verwendet und der saniert gehört. Dafür war Smole schon in Begleitung von Tourismusobmann Ronald Fuchs bei Anton Lampl, zuständig für die Immobilien der Wirtschaftskammer. Lampl ist für alle Lösungen offen: "Wenn das ein Impuls für die regionale Wirtschaftsentwicklung ist, dann ist die Wirtschaftskammer bereit, mitzuwirken." Nur - es fehle noch ein Nutzungskonzept aus Mürzzuschlag.







