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Zuletzt aktualisiert: 09.01.2009 um 20:13 UhrKommentare

Probleme in der Familie belasten

Seit Oktober 2007 gibt es das Streetwork Mürztal, jetzt zog man die erste Jahresbilanz. Vor allem, wo der Rückhalt in der Familie fehlt, holen sich Jugendliche Rat und Hilfe bei den Streetworkern.

Die Streetworker Achim Lernbass und Astrid Pauger in ihrem Büro in Mitterdorf im Mürztal

Foto © Michaela AuerDie Streetworker Achim Lernbass und Astrid Pauger in ihrem Büro in Mitterdorf im Mürztal

Familiäre Defizite nennt sich das, wenn Jugendliche daheim wenig bis keinen Rückhalt haben. Dann wird oft Rat und Hilfe bei den Streetworkern gesucht. Problemen in der Familie sind für Jugendliche oft ein Grund, den Kontakt zu den Streetworkern zu suchen. Diese haben jetzt ihre Jahresbilanz veröffentlicht.

Beachtlicher Klientenstand. "Wir haben einen beachtlichen Klientenstand", sagt Streetworker Achim Lernbass. "Und es wäre uns ein Anliegen, den auszudehnen." Dabei denkt Lernbass auch an jene Jugendlichen, die nicht den Weg ins Mitterdorfer Büro finden, sondern die nur auf der Straße anzutreffen sind. "Der Bezirk ist groß, aber wir werden die Arbeit, so weit es geht, ausweiten."

Abwärtsspirale. Befragungen von Jugendlichen ergaben auch klar: Der überwiegende Teil von Jugendlichen fühlt sich von Problemen in der Familie betroffen. Und damit beginnt oft eine Abwärtsspirale: Schlechte Familienbedingungen, größere Probleme. Aber niemand ist da, mit dem man darüber reden kann. Die Folge: Probleme werden nicht wirklich gelöst, sondern mit Drogen oder Alkohol verdrängt. Gerade bei solchen Jugendlichen ist die Nachfrage nach Hilfe durch die Streetworker sehr groß. "Aber die Jugendlichen suchen auch Unterstützung, was Arbeitssuche und Ausbildungsmöglichkeiten betrifft", wissen die Streetworker.

Probleme. Wenn Achim Lernbass und Astrid Pauger unterwegs sind, dann auch vor allem, wo es Probleme gibt: Jugendliche auf öffentlichen Plätzen, das gibt oft Konflikte: Vandalismus und Alkoholkonsum regen auf. In Mürzzuschlag etwa gab es eine solche Situation. Man setzte auf Gespräche und Lernbass meint: "Es hat sich auf beiden Seiten was bewegt."

Mehr Information. Wo Alkohol, da auch Vandalismus. Lernbass: "Eines führt zum anderen." Aber die Jugendlichen sagen selbst, dass sie viel zu wenig wissen. "Es ist zu wenig Prävention da", erklärt der Streetworker. "Wir sind oft schockiert über die Ansichten zu Alkohol und Drogen." Die Jugendlichen unterschätzen die Wirkung und die Schäden am Körper.

Vertrauensbasis. Die Streetworker arbeiten auf Vertrauensbasis. Und die bewirkt einiges: So etwa für einen jungen Mann, der nach einer Straftat aus einer Ausbildungsmaßnahme flog. Durch den Einfluss der Streetworker konnte er zur Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitern der BH motiviert werden, das wirkte sich positiv auf den Prozess und das Urteil aus.

MICHAELA AUER

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