Freunde ließen Drogenopfer auf Sofa liegen
18-jähriger Mürztaler schwebt nach Substitol-Konsum in Lebensgefahr.
Im LKH Leoben ringt seit Samstag ein 18-jähriger Mürztaler nach dem Konsum von Suchtgift und Drogenersatzmitteln mit dem Tod. "Auch wenn er durchkommt, sind schwere Folgeschäden wahrscheinlich", sagt Johann Ledolter von der Polizei Mürzzuschlag. Und das vermutlich, weil seine Freunde viel zu spät Hilfe geholt hatten.
Drogenparty. Der Kindberger hatte in der Nacht auf Samstag zusammen mit einem gleichaltrigen Freund und dessen Freundin (25) in der Wohnung der Frau in Hönigsberg eine Drogenparty gefeiert. Dabei konsumierten sie Substitol in Kombination mit Sumnobene (Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine) und Haschisch - die Suchtmittel hatte das Pärchen zuvor am Wiener Karlsplatz gekauft. Was dann passierte, ist noch zu klären. Jedenfalls wachte die Frau um 3 Uhr früh auf und wollte in die Küche. Sie konnte aber die Tür nicht öffnen, weil dahinter der Kindberger auf dem Boden lag. Schließlich gelang es ihr doch, sie fand den Burschen inmitten seines Erbrochenen. Doch statt die Rettung zu rufen, schleppten sie und ihr Freund noch halb im Rausch den 18-Jährigen ins Bad, wuschen ihn, legten ihn aufs Sofa und sich selbst wieder ins Bett.
Rettung nicht verständigt. Als der Mürztaler am nächsten Tag nicht mehr aufwachte, alarmierten seine Freunde wieder nicht die Rettung, sondern riefen mit dessen Handy seine Tante an. Erst als diese eine halbe Stunde später eintraf, wurde der Notarzt gerufen. Der konnte den 18-Jährigen wiederbeleben. Unfassbar: Nur eine Stunde danach setzte sich das Paar schon den nächsten Schuss Substitol.








