"Kein Kirtag" bei den Ortstafelverhandlungen
Bundespräsident Heinz Fischer hat Sonntag in Mürzsteg zweieinhalb Stunden mit den drei Obleuten der Kärntner Slowenenverbände über die aktuelle Ortstafelfrage in Kärnten gesprochen. Am Abend ging es in der ORF-Sendung "Im Zentrum" noch heiß her.

Foto © Weichselbraun, APA, AP, Reuters
Mit einer großen Portion Optimismus, dass man doch geeint zu einer Ortstafellösung kommt, reisten die drei Obmänner der Kärntner Slowenenorganisationen nach zweieinhalbstündigem Gespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer zurück nach Kärnten. Beim Termin in Mürzsteg ist man übereingekommen, dass Prozentsätze nicht der entscheidende Punkt bei der Lösung seien, sondern die Realisierung der Ortstafelerkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes wie die Beibehaltung der zweisprachigen Tafeln von 1977 und zudem eine "faire Lösung für weitere Ortstafeln". Am Tag zuvor hatte der Rat der Slowenen als stärkste Organisation die vorgesehenen 17,5 Prozent Slowenenanteil als Basis für neue Tafeln abgelehnt. Der Gesetzesentwurf lautet auf 160 bis 165. Fischer, Befürworter des Kompromisspaketes, appellierte an alle Beteiligten, im Finale Verantwortungsbewusstsein zu zeigen.
Dass eine einvernehmliche Lösung möglich ist, davon zeigten sich Valentin Inzko, Marjan Sturm und Bernard Sadovnik gegenüber der Kleinen Zeitung überzeugt. "So weit sind wir nicht auseinander", Nachbesserungen müsse es auch bei Slowenisch als Amtssprache geben. Diese Woche wollen die Slowenenverbände einen gemeinsamen Vorschlag zum Gesetzesentwurf erarbeiten und Staatssekretär Josef Ostermayer und Landeshauptmann Gerhard Dörfler übermitteln.
In der ORF-Sendung "Im Zentrum" wurde am Abend sehr emotional diskutiert. Inzko streckte die Hand aus und wollte von Dörfler spontan die Zustimmung zu 175 Ortstafeln, sowohl Dörfler als auch Ostermayer lehnten ab, man befinde sich nicht am Kirtag.








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