Die Sache mit dem Druck
Unter besonderer Beobachtung stehen Kapfenbergs Jungfalken - und heute Kindbergs Bostjan Znuderl.
FUSSBALL. Im internationalen Fußball hat man es zuletzt immer öfter gesehen, dass Trainer ihr Team (meistens nach bitteren Niederlagen) am Spielfeld versammeln, im Kreis aufstellen lassen und dann eindringliche, mahnende oder ermunternde Worte an die Kicker richten. Bevor dann der Trubel von TV, Presse und Fans über sie hereinbricht.
Auch in der Landesliga, in Frohnleiten, konnte man zuletzt Ähnliches beobachten. Kapfenberg-Trainer Kurt Russ scharte nach dem 0:0 die Jungfalken - inklusive Mucki Wieger (39) - am Rasen um sich. "Ich wollte bewusst nicht in die Kabine gehen. Dort hören Außenstehende alles mit, die Spieler sind mehr mit ihren Schuhen beschäftigt oder wollen in die Dusche - und hören nicht mehr zu."
Die Ansprache
Am Rasen hatte der Ex-Teamspieler ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Wobei Russ betont: "Ich habe nicht geschimpft. Ich habe sie beruhigt, gesagt, dass das eben nicht unser Tag war, und dass solche Leistungen passieren können. Jeder erwartet den Meistertitel, und dass wir alle Spiele gewinnen. Aber wir haben immer noch neun Punkte Vorsprung. Und ehrlich: Mir ist es scheißegal, wenn wir nur mit einem Tor Vorsprung Meister werden! Das habe ich ihnen gesagt." Dann war Osterfriede.
Jetzt am Sonntag ist es ähnlich: Die Gratkorner kommen auf den Schirmitzbühel (18 Uhr), und alles redet vom Sieg. Russ: "Klar, wir haben zu Hause alle Spiele gewonnen. Diese Serie soll halten." Wie immer hängt die Aufstellung vom Spiel der KSV-Profis (in Innsbruck) ab, Robert Gucher und Michael Tieber werden den Trip mitmachen.
Kindberg auf Kurs
Übrigens: Kapfenberg ist wieder das beste Frühjahrsteam, denn die Kindberger sind erstmals umgefallen. In Pachern fingen sich Michael Kautschitz und Co. ein 1:3 ein. Kein Beinbruch, Kindberg ist nach wie vor Zehnter - nur vier Zähler hinter Rang drei.
Heute um 19 Uhr kommt Anger nach Kindberg. Weil Stürmer Christoph Trippl gesperrt ist (neunte Gelbe), bekommt Bostjan Znuderl seine Chance - "seine letzte", wie Kindberg-Trainer Bernd Kovacic betont. "Er ist ein guter Fußballer, aber er muss verstehen, dass Laufen und Einsatz auch zum Spiel gehören." Der Slowene war im Winter als große Hoffnung gekommen, zuletzt aber nur noch sporadisch im Einsatz.
Spannung am Sonntag in der Oberliga Nord: Tabellenführer Mürzhofen empfängt Zeltweg (14.30 Uhr), Bruck spielt gegen DSV Leoben II (17 Uhr, freier Eintritt).







