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Zuletzt aktualisiert: 06.07.2012 um 10:32 UhrKommentare

Gemeinsame Zukunft für drei Gemeinden?

Demnächst nehmen Mitterdorf, Wartberg und Veitsch mit dem Land Gespräche über eine Gemeindefusion auf. Am liebsten wäre den drei Bürgermeistern, dass Gemeinden bestehen bleiben.

Wolfgang Putsche, Bürgermeister von Wartberg

Foto © POTOTSCHNIG Wolfgang Putsche, Bürgermeister von Wartberg

In der Bezirkshauptmannschaft Mürzzuschlag gab es kürzlich wieder Gespräche zur Gemeindestrukturreform. Dabei waren auch Mitterdorf, Wartberg und die Veitsch geladen.

Kurz nach den Gesprächen wetterte der Wartberger FPÖ-Obmann Karl Grafeneder gegen die Bürgermeister der drei Gemeinden - alle von der SPÖ. Sie "opfern ihre Gemeinden auf dem Altar des Größenwahns", schimpfte Grafeneder, und sie seien "wie Marionetten von ahnungslosen Beamten über die Sitzungsbühne gezogen worden".

Diese Kritik ist für den Wartberger Bürgermeister Wolfgang Putsche völlig überzogen: "Grafeneder müsste eigentlich informiert sein, schließlich war auch FPÖ-Gemeindekassier Ernst Ebner bei diesem Gespräch dabei und hat auch das Protokoll unterschrieben."

Wie Putsche sehen das auch die anderen beiden Bürgermeister: Entscheidung sei längst noch keine gefallen, wie auch der Veitscher Bürgermeister Erwin Dissauer sagt: "Das war ein ganz normales Gespräch, bei dem wir alle den Wunsch deponiert haben, unsere Gemeinden eigenständig zu erhalten." Die Veitscher Bevölkerung fürchtet laut Dissauer, dass bei einer Fusion Infrastruktur aus der Veitsch ins Mürztal wandern würde. Und was ihn noch stört: "Die Geschwindigkeit ist mir einfach zu hoch, da muss ja sehr viel bedacht und besprochen werden."

Sein Mitterdorfer Kollege Walter Berger betont, dass man ohnehin jetzt schon einiges gemeinsam hat, etwa die Hauptschule, das Ärztezentrum oder das Abfallsammelzentrum. Auch er will eigenständig bleiben, im Fall des Falles wäre ihm aber eine Lösung dreier gleich großer Gemeinden lieber als die Fusion der "Kleinen" mit Kindberg oder gar eine Lösung, die von Kindberg bis Langenwang reicht.

Putsche fügt hinzu, dass es zwar Gespräche geben werde, dass es aber nicht bei den Gesprächen im kleinen Kreis bleiben werde: "Wir werden ganz sicher auch die Bevölkerung einbinden." Das betonen auch seine beiden Kollegen. Wie und wann dies der Fall sein soll, ist aber noch offen. Jedenfalls soll die Bevölkerung ein gewichtiges Wort mitreden dürfen.

FRANZ POTOTSCHNIG

FAKTEN

Fläche: Die mit Abstand größte der drei Gemeinden ist die Veitsch mit 77,6 km2, Wartberg umfasst 23,8 km2, Mitterdorf 11,2 km2.

Einwohner: Hier sind die drei Gemeinden sehr ähnlich. Auch hier ist die Veitsch die größte mit 2499 Einwohnern, gefolgt von Mitterdorf mit 2417 und Wartberg mit 2089 Einwohnern.

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