Johanna wird jetzt Kletter-Botschafterin
Die steirische Weltmeisterin hilft mit, damit Mitterdorf zum Mekka der Kletterer wird, denn "Klettern ist vom Trendsport zum Breitensport geworden". Die riesige Kletterhalle soll 2012 fertig sein.

Foto © GEPAJohanna Ernst wirbt für "ihren" Sport
Große Worte am Beginn eines großen Projektes: "Ein Traum geht in Erfüllung, diese Vision hatte ich schon seit Jahren", sagte Robert Ernst bei der gestrigen Präsentation der "Kletterakademie Mitterdorf".
Wenn alles wie geplant gelingt, ist das nicht nur für Ernst ein Traum, sondern für die gesamte Kletterszene. In Mitterdorf im Mürztal soll ein Leistungszentrum entstehen, das alle Stückerl spielt. "Klettern ist vom Trendsport zum Breitensport geworden", berichtet Ernst, der als steirischer Kletterpräsident die Zahlen hinter dem Boom kennt. In Vereinen gibt es österreichweit 23.000 Kletterer, 600.000 üben Klettern als Breitensport aus. Kein Wunder also, dass vergleichbare Hallen in Wien, Innsbruck und Linz am Limit sind. In Mitterdorf rechnet man im ersten Jahr mit 45.000 Gästen, später mit bis zu 60.000. "Auf diese Zahlen stützen sich unsere Berechnungen", sagt Geschäftsführer Rene Jurak, dessen Bruder Ralph das Projekt als Architekt umsetzt. Gesamtkosten: 3,5 Mio. Euro.
Neue Diagnostik
Die sportliche Leitung übernimmt Ernst selbst: "Wir wollen Pionierarbeit leisten", sagt er und möchte als Sportmediziner eine Neuheit etablieren. "Bis dato mussten Spitzenkletterer zur Leistungsdiagnostik aufs Laufband oder den Ergometer. Ich will eine kletterspezifische Diagnostik anbieten." Auch Schulen, Vereine und soziale Organisationen könnten ein ideales Trainingsumfeld vorfinden. Die Wände sollen zu 25 Prozent Spitzenathleten ansprechen, zu 75 Prozent Breitensportler. Die Speedwand ist weltrekordtauglich, die gesamte Anlage auch für internationale Großveranstaltungen ausgelegt. "Zu einer WM in Frankreich kommen 20.000 Zuschauer. Auch wir werden viele Gäste aus dem In- und Ausland anlocken", hofft Ernst.
Als "Botschafterin" von Mitterdorf wird seine Tochter Johanna fungieren. Die 18-Jährige ist als jüngste Weltmeisterin schon ein Szenestar, zwei Mal gewann sie den Gesamtweltcup. "Ich habe an den Wänden mitgeplant, damit sie für Hobbysportler, aber auch für Wettkämpfe passen", sagt der Jungstar, der mit Familie wieder in die Steiermark gezogen ist.
Die Kletterer hoffen, dass der Boom in einem Höhepunkt endet: Olympia im Jahr 2020.
Features
Daten zur Halle
Baubeginn in Mitterdorf im Mürztal im März 2011
Fertigstellung:
Oktober 2011, Outdoor: Frühjahr 2012
Gesamtkosten:
3,5 Mio. Euro
Errichter und Betreiber:
Kletterakademie Mitterdorf GmbH
Gesellschafter:
Fides Beteiligungs GmbH (80 %) und Robert Ernst (20 %)
Geschäftsführer:
Robert Ernst und Rene Jurak
Grundstücksfläche:
5000 m²
Geschoßfläche:
1830 m²
Kletterfläche:
gesamt 2828 m²
Kletterhöhe:
bis 19 Meter
Schwierigkeitsgrade:
III bis XI
Inkludiert:
Gastronomie, zwei Seminarräume,
Verwaltungsbüros, behindertentauglicher Lift für alle drei Geschoße








