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Zuletzt aktualisiert: 02.08.2008 um 21:31 Uhr

"Du findest die Leiche in unserer Wohnung"

Nach Gewalttat im Mürztal stellte sich Rumäne in seinem Heimatland der Polizei. Zuvor rief er vermeintlichen Rivalen an: Er sollte Leiche der Frau finden.

Foto © KLZ DIGITAL/Scheriau

Der Anruf kam am Samstag um 8.15 Uhr früh. "Ich habe meine Frau getötet. Du findest die Leiche in unserer Wohnung." Gheorghe Kita, ein 41-jähriger in Mitterdorf im Mürztal lebender Rumäne, wollte es, dass ausgerechnet sein vermeintlicher Nebenbuhler die Leiche seiner Frau entdecken sollte - aus Rache.

Nachbaren nichs bemerkt. Schon am Freitagnachmittag dürfte der Rumäne seine 34-jährige Frau Adriana erwürgt haben. Spuren eines Kampfes gibt es in der Wohnung nicht, auch von einem Streit haben Nachbarn nichts mitbekommen. Danach stieg der 41-Jährige ins Auto und setzte sich in Richtung Süden ab. In den frühen Morgenstunden rief der als rasend eifersüchtig geltende Rumäne - aus Italien, wie er vorgab - den Arbeitgeber seiner Frau an. Den Inhaber eines Krieglacher Pubs, in dem Adriana zumeist nachts als Kellnerin gearbeitet hatte, bezichtigte Kita einer Affäre mit seiner Ehefrau.

Leiche lag am Boden. Mit einem mulmigen Gefühl fuhr der Mürztaler darauf zu dem Wohnblock am Schmölzerring in Mitterdorf. Die Tür zur Wohnung im Parterre war unversperrt. Und tatsächlich: Die Leiche der Frau lag am Boden, am Hals fanden sich Würgemale. Sofort alarmierte der geschockte Gastwirt die Polizei in Krieglach. Eine internationale Fahndung nach Kita wurde eingeleitet.

Anrufe. Inzwischen meldete sich der Gesuchte erneut, diesmal bei einer Freundin. Kurz nach Mittag der nächste Anruf, wieder bei dem Pub-Inhaber. Das Gespräch übernahm Anton Kiesl, Chef der Mordgruppe im Landeskriminalamt. "Er sagte, er sei bereits im Knast. Aber das glaubte ich ihm nicht. Ich riet ihm, sich zu stellen", erzählt der Ermittlungsleiter. Was der Rumäne kurz darauf in seinem Heimatland auch tat. Laut eines Verbindungsbeamten des Innenministeriums befindet sich der 41-Jährige in Rumänien in Polizeigewahrsam und ist geständig. Motiv: Eifersucht.

Zurckgezogen gelebt. "Er hat die Frau immer an der kurzen Leine gehalten", weiß eine Nachbarin der Kitas in Mitterdorf. Tagsüber habe man die hübsche, blonde Frau kaum gesehen, überhaupt habe das kinderlose Paar zurückgezogen gelebt. "Nur wenn er nicht dabei war, konnte ich mit ihr reden", erinnert sich die Nachbarin. Da habe die 34-Jährige jedoch einen zufriedenen und sympathischen Eindruck auf sie gemacht.

WILFRIED ROMBOLD

Fakten

Näheres über die Umstände ist derzeit nicht bekannt. Laut Polizei dürfte es sich um eine Beziehungstat handeln. Noch gibt es kein konkretes Motiv und keine Anhaltspunkte. Die italienischen Behörden seien in die Fahndung nach dem 43-Jährigen eingeschaltet.

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