Alles wartet auf die Krise
Konjunkturbarometer: Auftragsstand und Geschäftslage sind gut bei Klein- und Mittelbetrieben, aber Unternehmer sind pessimistischer.
Die Spekulationen um das Krisenjahr 2012 hinterlassen ihre Spuren - auch in der Region. "Alles wartet auf die Krise", sagt der Brucker Wirtschaftskammerobmann Erwin Fuchs.
Beim halbjährlich erfassten Konjunkturbarometer werden die aktuelle sowie erwartete Situation der Unternehmer bei Geschäftslage, Auftragsstand, Ertragslage und beim Personalstand abgefragt.
Das Ergebnis vom Jänner: Die allgemeine Geschäftslage in den Klein- und Mittelbetrieben ist gut, aber die Erwartungen an die kommenden Monate sind von pessimistischer Tendenz geprägt. Die optimistischen Erwartungen überwiegen die pessimistischen nur mehr um 8,8 Prozent. Im Juni lag dieser Wert noch bei 27 Prozent. Am negativsten sieht die Verkehrs- und Transportbranche in die nahe Zukunft.
Der aktuelle Auftragsstand in den Betrieben zu Jahresbeginn ist wie die allgemeine Geschäftslage ebenfalls gut. Die Unternehmer erwarten jedoch Rückgänge. Alle seien sehr vorsichtig, sagt Fuchs. Dazu kommt noch, dass die öffentliche Hand spart, die Wirtschaft befürchtet dadurch Auftragsausfälle.
Abwartende Tendenz
Aber auch die Kunden sind vorsichtig. Fuchs: "Man merkt, bei den Anfragen ist Zurückhaltung da." Jeder vierte Betrieb rechnet damit, Personal abbauen zu müssen.
"Die reale Wirtschaftslage ist besser als suggeriert wird", zieht Peter Egger von der WK-Regionalstelle Mürztal-Mariazellerland seine Schlüsse. Die Wirtschaftskammer hat ein Forderungspaket geschnürt. Punkte wie Steuererleichterungen, das Vorantreiben der Strukturreform, Freisetzung öffentlicher Mittel für Standortinvestitionen oder die Verbesserung des Investitionsklimas finden sich darin.








