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    Zuletzt aktualisiert: 06.07.2011 um 10:41 UhrKommentare

    Die Habsburger und Mariazell

    Das Requiem für Otto Habsburg-Lothringen am Mittwoch nächster Woche (13. Juli) in der Basilika Mariazell wird für den am Montag verstorbenen Sohn des letzten österreichischen Kaisers zu einer Heimkehr.

    Otto Habsburg-Lothringen und seine Frau Regina bei der Goldene Hochzeit

    Foto © APAOtto Habsburg-Lothringen und seine Frau Regina bei der Goldene Hochzeit

    Seit Jahrhunderten ist Mariazell der wohl bedeutendste Wallfahrtsort für das Haus Habsburg. Auch Otto und seiner Frau Regina lag die "Magna Mater Austriae" stets besonders am Herzen.

    Schon bei ihrer Hochzeit 1951 im französischen Nancy schmückte eine Kopie der Mariazeller Gnadenmutter während des Trauungsgottesdienstes den Altar. Später feierte das Ehepaar u.a. die Silberne und die Goldene Hochzeit in der Basilika. Auch das Fest zum 80. Geburtstag Otto Habsburg-Lothringens 1992 fand in Mariazell statt.

    2004 nahm der Kaisersohn und langjährigen Europaparlamentarier (1979-99) an der "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell teil. Knapp nach der sogenannten Osterweiterung der Europäischen Union kamen damals rund 100.000 Gläubige aus den österreichischen Nachbarländern beim "Mitteleuropäischen Katholikentag" zusammen. "Aus Ungarn, Tschechien, Polen, Kroatien sind sie gekommen und haben sich vom Regen und der Kälte nicht abhalten lassen", schilderte Habsburg noch zwei Jahre nach dem Ereignis seine Begeisterung in einem Interview. "Mariazell muss sich wieder zum geistigen Zentrum des Donauraums profilieren."

    Wie eng die Geschichte des steirischen Wallfahrtsorts mit den Habsburgern verbunden ist, schildert die österreichische Publizistin Ingeborg Schödl in ihrem Buch "Mythos Mariazell - eine Spurensuche" (2007). Mariazell sei für die Habsburger in früheren Jahrhunderten ein "Bollwerk gegen den Unglauben" gewesen, schreibt Schödl in dem 2007 erschienenen Werk. "Hierher kamen die Mitglieder des Herrscherhauses um vor der Gnadenmutter ihre Bitten vorzubringen, ihren Dank für die erwiesene Hilfe abzustatten und vor dem Volk beispielgebend ihre persönliche Frömmigkeit zu demonstrieren."

    Karl II., Erzherzog von Innerösterreich, begründete im 16. Jahrhundert die regelmäßige Wallfahrt nach Mariazell als Familientradition, Kaiser Ferdinand III. beauftragte 1644 den Umbau der gotischen Wallfahrtskirche in einen prächtigen Barockbau und unter Kaiser Leopold I. (reg. 1658-1705) wurde Mariazell zum "Reichsheiligtum" erhoben.

    Die Mitglieder der kaiserlichen Familie stifteten Mariazell wertvolle Geschenke und Spenden, die bis heute in der Basilika, der Gnadenkapelle und der Schatzkammer zu sehen sind. Eine besondere Beziehung pflegte etwa Kaiserin Maria Theresia, die auf ihrer Hochzeitsreise Station in Mariazell machte.

    Ihr Nachfolger, Kaiser Josef II., verbot wenige Jahre später alle Wallfahrten, die eine Übernachtung erforderten, untersagte die Schenkung von Votivbildern und löste im Rahmen seiner Kirchenreform auch das Mariazeller Mutterkloster St. Lambrecht auf.

    Nach dem Tod Josef II. verbesserten sich die Beziehungen der Herrscherfamilie zu Mariazell wieder. Die bekannten Kleiderspenden für die Gnadenstatue und Wallfahrten nach Mariazell wurde wieder erlaubt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts förderten die Habsburger den Wiederaufbau der Basilika nach einem Großbrand 1827. Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin "Sisi" nahmen 1857 an der Feier zum 750-Jahr-Jubliäum teil. 1910 "pilgerte" der Kaiser mit der drei Jahre zuvor eröffneten "Mariazeller Bahn" zur "Magna Mater Austriae".

    Die Verbundenheit mit dem steirischen Gnadenort überdauerte das Ende der Monarchie und die Landesverweisung der Habsburger 1919. Weil Otto Habsburg-Lothringen (Otto von Habsburg) die Einreise nach Österreich damals noch verwehrt war, brachte der damalige Subprior von Mariazell, der Benediktinerpater Beda Döbrentai, 1951 eine Kopie der Gnadenmutter zur Hochzeit des Kaisersohns nach Frankreich. Die besondere Geste unterstrich die zentrale Bedeutung Mariazells für das Haus Habsburg. Hinzukam, dass die in Würzburg geborene Regina von Habsburg großteils auf einem im Besitz ihrer Mutter stehenden Hof im unweit von Mariazell gelegenen Türnitz aufgewachsen war.

    In den letzten Jahrzehnten wurde Mariazell wieder zu einem Mittelpunkt für die Familie Habsburg. Zum 80. Geburtstag wurde dem Habsburger die Ehrenbürgerschaft von Mariazell, die er während der Nazi-Zeit verloren hatte, wieder verliehen. 2001 feierten Otto und Regina von Habsburg in der Basilika mit zahlreichen Spitzenrepräsentanten Österreichs, Weggefährten und Freunden den 50. Jahrestag ihrer Hochzeit. Die Festmesse feierte u.a. der Erzabt der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma, Andras Varszegi. In Pannonhalma wird das Herz des Verstorbenen beigesetzt.


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