Steirer frieren bei minus 21 Grad
Da wird einem gar nicht warm ums Herz. Minus 21,3 Grad in Mariazell - so kalt war es schon seit Jahren nicht mehr. In Niederösterreich ging es in der kältesten Nacht sogar auf Minus 30 zu.

Foto © APABeim Spaziergehen muss man sich warm einpacken
Eisige 21,3 Grad Minus in Mariazell. Wer kann, bleibt da wohl lieber im geheizten Zuhause. Diese Kälte kommt tatsächlich nicht allzu oft vor. Die Nacht auf Mittwoch war in weiten Teilen Österreichs die frostigste seit mehr als 13 Jahren. Den Rekord hält Gars am Kampf im Waldviertel mit Minus 27,6 Grad. "Die Ursache sind östliche Winde, die Kälte von Russland zu uns schaufeln", erklärt Werner Troger von den meteo experts. Doch auch in der Süd- und Oststeiermark gab es Grund zum Bibbern.
So kalt wie derzeit ist es laut Meteorologen im Schnitt nur alle drei Jahre. Doch es geht noch mehr: Im Jänner 1987 fielen die Temperaturen in Mariazell auf Minus 29,2 Grad.
Für die nächsten Tage wird es dem Meteorologen zufolge vorübergehend milder. "In der Südsteiermark etwa sind sogar Plusgrade möglich", sagt Troger. Aber da es windig bleibt, werden die Temperaturen trotzdem als ziemlich kalt empfunden.
Wirklichen Grund zur Erleichterung gibt es aber vorerst nicht. "Die Kältephase ist grundsätzlich nicht gebrochen", sagt der Meteorologe. Zu Beginn der nächsten Woche sollte sich die Ostströmung wieder intensivieren und die Temperaturen Woche erneut nach unten klettern. "Ganz so extrem wird es allerdings nicht mehr", so Troger.
Nach verbreiteten, aber nicht sehr ergiebigen Schneefällen am Dienstag werden heute vor allem in der Obersteiermark beträchtliche Neuschneemengen erwartet. Doch auch im Süden und in Graz sind einige Flocken möglich.
Schal vor dem Mund
Dem Mariazeller Bauhofleiter Florian Grießl, der das Team vom Winterdienst führt, beschert die Kälte praktische Probleme: Einige Räumfahrzeuge haben zunächst den Dienst verweigert. "Und wenn man zu Fuß unterwegs ist, braucht man beim Einatmen einen Schal vor dem Mund", sagt er. Er kann dem Frost aber auch Gutes abgewinnen: "Es ist viel Raureif auf der Schneedecke. Mit der Sonne gibt das eine märchenhafte Winterlandschaft."
Features
Kommentar
Kältepole
Steiermark. Mariazell ist Rekordhalter mit -21,3 Grad Seckau: -17,8 Mürzzuschlag: -17,7 Fürstenfeld: -17,1 Kalwang: -16,9 Gleisdorf und Zeltweg: -16,7 Hartberg: -16,1 Graz Thalerhof: -15,6
Österreich. Gars am Kamp wies eisige -27,6 Grad auf Raabs an der Thaya: -24,8 Oberndorf an der Melk: -23,3
International. Daugavpils, Lettland: -33,3
Arbeit für den Pannendienst
In der kältesten Nacht seit Jahren waren die Pannendienste im Dauereinsatz: Der Arbö meldete gestern seit den frühen Morgenstunden Einsätze in Rekordanzahl. Speziell im Osten und Südosten Österreichs mussten die Helfer bis zu sechsmal öfter ausrücken als sonst - meist wegen Batterieversagens. Gerettet werden mussten aber auch zwei Schwäne in Neuhofen in Oberösterreich. Die Tiere waren im Eis gefangen.
Eisiges Europa
Es ist eisig, doch im europäischen Vergleich kann Österreich nicht ganz mithalten. Der Kältepol war in der Nacht auf gestern Lettland, dort wurden flächendeckend minus 25 Grad unterschritten. Teils hatte es Minus 33,3 Grad. In Polen erfroren in den letzten Tagen neun Menschen, 221 starben in den letzten drei Monten an Unterkühlung. Tausende Haushalte sind ohne Strom. In Rumänien starben 31 Menschen in einer Woche an Unterkühlung.








