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Zuletzt aktualisiert: 21.01.2011 um 09:44 UhrKommentare

Tierheim-Chef will sich bald zurückziehen

Josef Döller betreibt das Tierheim Kapfenberg seit 30 Jahren. Er ist schon 70 Jahre alt und will sein Lebenswerk demnächst übergeben.

Josef Döller mit einem Perserkätzchen, das vor Kurzem völlig verwahrlost bei ihm abgegeben worden ist

Foto © PototschnigJosef Döller mit einem Perserkätzchen, das vor Kurzem völlig verwahrlost bei ihm abgegeben worden ist

Das Perserkätzchen, das der Kapfenberger Tierheimbetreiber Josef Döller aus dem Korb nimmt, ist noch ganz zerrupft: "Das wurde uns vor Kurzem gebracht. Es war völlig verwahrlost und ausgehungert, und sein Fell war so verfilzt, dass wir das Katzerl unter Narkose kahl scheren mussten", erzählt Döller. Narkose geht nur mit Tierarzt, also fielen bereits Kosten an. Dazu kommen die Impfungen, eine gründliche Untersuchung und einiges mehr. "Bis wir das Katzerl vergeben können, kostet es uns eine Menge Geld. Und wenn wir dafür dann 20 Euro kriegen, müssen wir dankbar sein."

Josef Döller betreibt das Tierheim seit 30 Jahren, hat es mit seiner Frau und seinen Mitarbeiterinnen aufgebaut und eine Menge geleistet. Aber er ist jetzt 70 Jahre alt, nicht mehr ganz gesund, und auch seiner Frau geht es nicht gut. Jetzt will er das Heim endlich abgeben: "Es wird ja alles immer schwieriger. Die Unterstützung, die wir bekommen, war früher besser, es fehlt halt überall das Geld." Dennoch lobt er vor allem Landesrat Hans Seitinger und die Kapfenberger Bürgermeisterin Brigitte Schwarz, die nach Kräften für das Tierheim spenden. "Trotzdem ist es oft schwer, die Gehälter für die vier Beschäftigten zu bezahlen."

Derzeit hat Döller 29 Tiere im Heim, sieben Hunde und 22 Katzen. Rund 600 Tiere hat er im Vorjahr an Tierfreunde vergeben: "Wir sind weithin bekannt, sodass die meisten Tiere nicht lang bei uns sind", erzählt Döller. Zu den Semesterferien rechnet er wieder mit viel Andrang: Da werden dann alljährlich die "Weihnachtsgeschenke" ausgesetzt, weil man auf Schiurlaub fährt oder zu wenig bedacht hat, wie viel Arbeit und Kosten so ein Tier verursacht. Döller betont aber: "95 Prozent der Tierfreunde kümmern sich gut um ihre Tiere. Ich hab' aber leider mit den restlichen fünf Prozent zu tun."

Trotz der vielen Sorgen fällt es ihm schwer loszulassen. Aber noch diese Woche soll alles in die Wege geleitet werden: "Ich treffe mich mit dem Tierarzt Karl Weissenbacher aus Langenwang. Ich hoffe, er will das Heim noch."

Weissenbacher will, wie er betont: "Wenn Herr Döller noch im März die Jahreshauptversammlung des Vereins machen will, wäre mir das sehr recht. Dann könnte bald darauf die Übergabe des Heims erfolgen."


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