Wer liest heute noch Peter Rosegger?
Heuer jährt sich zum 165. Mal Peter Roseggers Geburtstag und zum 90. Mal sein Todestag. Der Dichter wird also wieder gefeiert, aber wird er auch gelesen? Ja, aber Renner ist er heutzutage keiner mehr.

Foto © Steiermark TourismusPeter Roseggers Geburtshaus
Johann Reischl beschäftigt sich als Obmann des Krieglacher Roseggerbundes sehr viel mit Peter Rosegger, er spricht daher aus Erfahrung: "Ehrlich gesagt, ich habe nicht das Gefühl, dass er gelesen wird." Die Menschen würden ihn zwar oft zitieren, aber selten lesen. Und aus seiner Erfahrung als Hauptschuldirektor fügt er hinzu: "Lesen ist ohnehin eine Sache für eine Minderheit geworden."
Hält sich in Grenzen. Aber werden Roseggers Bücher wenigstens gekauft? In "Käfers Buch- und Papierhandlung" in Krieglach sagt die Inhaberin Monika Tanzmeister: "Rosegger verkauft sich, aber es hält sich in Grenzen." Vor allem jene Gäste, die gezielt wegen Peter Rosegger nach Krieglach kommen, kaufen seine Bücher.
Eher selten. Dieses Publikum hat man bei Leykam in Bruck, der am besten sortierten Buchhandlung der Region, nicht. Der dortige Geschäftsführer Reinhold Rollinger verkauft Rosegger daher eher selten: "Es ist ein Saisongeschäft, im Herbst und Winter gehen die Bücher besser als jetzt im Sommer." Vor allem die Kurzgeschichten aus dem Leben des Waldbauernbuben wandern immer wieder über den Ladentisch, so Rollinger, der ein Beispiel nennt: "Vom Peter Rosegger-Hausbuch haben wir in den letzten anderthalb Jahren zehn Stück verkauft. Wenig, aber es wird nachgefragt."
31 Bände lieferbar.
Peter Rosegger hat in unermüdlicher Arbeit 43 Bände gefüllt, seit dem Jahr 1894 erscheinen sie im Münchner Staackmann-Verlag, wo derzeit 31 Bände lieferbar sind. Dessen Geschäftsführer Friedrich Vogel, ein Urenkel des Verlagsgründers Ludwig Staackmann, bemüht sich, das Werk lebendig zu erhalten, gibt aber zu: "Das große Geschäft ist es für mich nicht gewesen."
Rosegger-Filme. Die Rosegger-Filme haben dem Buchabsatz zwar einen Impuls gegeben, aber das ist auch schon wieder einige Jahre her. Und seit 1988 - mit dem 70. Todestag des Dichters - ist auch das Urheberrecht erloschen. Seitdem kann jeder Rosegger-Werke drucken, und die Billig-Konkurrenz macht den aufwendigen Leinen-Ausgaben des Staackmann-Verlags zu schaffen.
Schullesebücehr. Vogel würde sich wünschen, dass Rosegger wieder mehr in den Schullesebüchern vertreten wäre: "Er war doch ein Vordenker in vielerlei Hinsicht und ist heute noch modern."
Zufrieden. Zufrieden mit dem Absatz der Rosegger-Bücher ist hingegen Stefan Leitner, der das Geburtshaus am Alpl betreut: "Wenn die Besucher sehen, wie der Dichter gelebt hat, weckt das auch das Interesse an seinen Werken."
Features
Roseggers Bücher
Mit 26 Jahren, im Jahr 1869, veröffentlichte Rosegger sein erstes Buch "Zither und Hackbrett".
Bis 1881 erschienen 30 der insgesamt 43 Bände.
Seit 1894 wird Rosegger bei L. Staackmann in München verlegt
Im Jahr 1988 erlosch das Urheberrecht, was eine Flut an Neuausgaben zur Folge hatte.
Rosegger-Werke wurden in 22 Sprachen übersetzt.








