Ein Garten für mehr Glück
Das ist die "Alternative Eden": Im Bezirkspflegeheim Kindberg haben Bewohner, Betreuer und Gemeinderäte einen Garten angelegt.

Foto © AUER "Garten Eden" im Kindberger Bezirkspflegeheim: Zu den Hochbeeten kommen die Bewohner auch im Rollstuhl
Wir haben Vögel, Hasen und den Hund Krümel", sagt Heimleiterin Franziska Köck. Krümel gehört zu Köck und deshalb zum Haus dazu. Gerade rennt er von Hochbeet zu Hochbeet, und zwar im Zuge einer großen Pflanzaktion. Denn das Bezirkspflegeheim hat einen Garten bekommen.
Gemeinsam mit ihren Betreuerinnen setzen Heimbewohner Gemüse aller Art an - von Tomaten bis Zucchini. Auch Kindberger Gemeinderäte und Bezirkshauptfrau Gabriele Budiman packen mit an. "Das passiert im Rahmen der Eden-Alternative", erklärt Köck. Das ist eine neue Pflegeform, die in den Heimen des Mürzzuschlager Sozialhilfeverbandes praktiziert wird: Sie bindet die Heimbewohner je nach ihren Fähigkeiten in diverse Aktivitäten ein, das "Garteln" ist dabei ein Aspekt von vielen.
"Es ist schön, wenn man sieht, wie sich die Leute verändern", freut sich Köck. Etwa eine Frau, der der Fuß abgenommen wurde und die deshalb sehr unglücklich war. Beim Garteln sieht man sie wieder lachen. "Das ist ja eine Generation, die daheim noch alles selbst angebaut hat", erklärt Köck. Diese alte Leidenschaft soll den Heimbewohnern wieder gegönnt sein. Denn mit dem Pflanzen ist es nicht abgetan, der Garten muss ja auch betreut werden, und schließlich wird auch geerntet - und gegessen. Teilweise werden die Pflanzen in Hochbeete gesetzt, so können auch Bewohner in Rollstühlen an den Beeten arbeiten - etwa Unkraut zupfen oder Pflänzchen gießen. Es wird auch ein Schauacker angelegt, Miniobstbäume werden gepflanzt, alles ist aus dem Rollstuhl erreichbar.
Die vielen Pflanzen, die jetzt gerade rund um das Haus gesetzt werden, wurden von der Brucker Gärtnerei Schacherl gespendet.








