US-Familie besuchte die Absturzstelle des Vaters
Im März 1945 stürzte ein US-Soldat über Kindberg ab. Seine Kinder und Enkel kamen nun auf den Herzogberg.
Besuch aus Kentucky empfing kürzlich der Kindberger Bürgermeister Christian Sander. Die Familie des 1945 abgestürzten US-Soldaten Stanley Todd wollte die Absturzstelle nahe dem Gehöft Guggenbauer am Herzogberg besichtigen.
Am 28. März 1945 startete das Flugzeug der 15. US-Luftflotte mit weiteren 500 Bombern und 200 Begleitjägern in Süditalien in Richtung Steiermark. Über Kindberg fing dann eine der Maschinen zu brennen an und sank immer tiefer. Augenzeugen beobachteten das abstürzende Flugzeug, darunter auch der damals 14-jährige Gustl Damberger, seit Jahrzehnten Mitarbeiter der Kleine Zeitung. Todd und acht weitere Besatzungsmitglieder konnten sich retten, lediglich ein Mann kam ums Leben. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft kehrte Stanley Todd gleich nach Kriegsende in die USA zurück. Todd starb im Jahr 2002.
Zehn Jahre nach seinem Tod kamen seine Kinder Stanley Todd und Rebecca Todd-York mit Schwiegersohn Michael York und den Enkeln James und Natalie nach Kindberg. Organisiert wurde der Steiermarkbesuch von den Historikern Georg Hoffmann und Nicole-Melanie Goll, die einer Forschungsgruppe der Karl-Franzens-Universität Graz angehören. Nach der Begrüßung führte Bürgermeister Sander die amerikanischen Gäste auf den Herzogberg, wo der damalige Augenzeuge Gustl Damberger den Absturz des Fliegers schilderte.
Die Wrackteile der über dem Mürztal abgestürzten Kriegsflugzeuge waren übrigens begehrte Objekte. Der Mürzzuschlager Herbert Simonics hat etliche gesammelt und die Bomberabstürze auch dokumentiert. Und der Kindberger Werner Bastl, der in München lebt, hat aus solchen Flugzeugteilen sogar eine Modelleisenbahn gebaut.








