Aus der Krise gelernt
Die letzte Saison hat David Sencar und die Kapfenberger geformt. Darum bleibt der Dreifachtorschütze auch am Boden und spricht noch nicht vom Aufstieg.

Foto © GEPADavid Sencar im Zweikampf
Als Torjäger war David Sencar in der Ersten Liga heuer nicht verschrieen. Drei Treffer hatte er bei 19 Einsätzen zu Buche stehen. Gegen Schwadorf hat der 24-Jährige seine Ausbeute verdoppelt - in neun Minuten wohlgemerkt. "So etwas ist mir in meiner ganzen Karriere noch nie gelungen", strahlt Sencar auch einen Tag nach seinem großen Auftritt noch wie der sprichwörtliche neue Schilling. Weil Austria Lustenau und die Austria Amateure zum Frühjahrsauftakt verloren haben, hat Kapfenberg für die letzten zwölf Runden acht Punkte Vorsprung. "Klar können wir aufsteigen, aber wir reden nicht zuviel darüber und bleiben am Boden." Da braucht auch Trainer Werner Gregoritsch gar nicht auf die Euphoriebremse zu treten. "Vor allem nach der letzten Saison, ist jeder Profi genug um nur von Spiel zu Spiel zu schauen." Zur Erinnerung: Sportlich wäre Kapfenberg abgestiegen, nur der Lizenz-Verlust des GAK hat den Klassenerhalt gesichert. "Das hat uns sicher geformt und charakterlich gestärkt."
Stark im Kopf.
Gestärkt hat Sencar und seine Mitspieler auch das harte Training in der Vorbereitung und der Zusammenhalt im ganzen Verein. "Präsident und Vorstand waren sogar beim Trainingslager dabei. Das motiviert zusätzlich." Und so wurden gegen Schwadorf, wie schon in so vielen Spielen im Herbst, just in den letzten 15 Minuten wieder die entscheidenden Kräfte frei, die den Sieg gebracht haben. "Wenn du weißt, dass du hart gearbeitet hast und hundertprozentig fit bist, bist du einfach auch im Kopf stärker." Ein weiterer Grund dafür, dass die Kapfenberger in der Schlussphase den Turbo zünden, ist auch Mucki Wieger. "Ich weiß nicht, was der hat, aber wenn er reinkommt, bringt er immer viel Schwung ins Match. Wenn er an der Seitenlinie steht, wissen wir schon 'jetzt geht's noch einmal'".
Seitenhieb. Und zu guter Letzt streut Sencar auch dem Trainer Rosen. "Herr Gregoritisch hat viel geleistet, mit ihm ist hier alles sehr viel professioneller geworden. Jetzt können wir unser Potenzial endlich auch einmal richtig ausschöpfen." Trotz aller Bescheidenheit kann sich Sencar einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. "Günther Friesenbichler von der Lustenauer Austria hat gemeint, dass sie uns in vier Runden eingeholt haben", grinst er. "Es kommt eben alles zurück im Leben." Auch für Sencar selbst, der nach dem Meistertitel des GAK 2004 als Kooperationsspieler in Kapfenberg "geparkt" worden ist und dafür jetzt am Sprung in die Bundesliga ist.
Features
Fotoserie
Fakten
SV
Stadtwerke Kapfenberg - Trenkwalder SK Admira Schwadorf 4:1 (1:1)
Kapfenberg, Franz-Fekete-Stadion, 1.850, SR Krassnitzer.
Torfolge: 1:0 (35.) Liendl (Freistoß),
1:1 (38.) Pusic,
2:1 (77.) Sencar,
3:1 (83.) Sencar,
4:1 (86.) Sencar
Kapfenberg: Susko - Osoinik, Schönberger, Kunzo, Taboga - Lienhart,
Erkinger, Liendl, Sencar (89. Seebacher) - Bernsteiner (55. Wieger),
Rottensteiner (63. Reiter)
Admira Schwadorf: Mandl - Fürthaler, Valachovic, Dibon, Schicker
- Koller, Reitprecht (81. Morgenthaler), Schachner, Pusic (81.
Simunovic) - Filipovic - Hanikel (74. Kincl)
Gelbe Karten: Erkinger bzw. Valachovic, Schicker
Die Besten: Liendl, Sencar, Lienhart bzw. Koller, Filipovic








