Kritik am Vorpreschen der ÖVP
Der Kapfenberger ÖVP-Obmann Andreas Handlos kritisierte die Geschäftsführung der MVG. Dafür erntete er Kritik im Gemeinderat.
KAPFENBERG. In einem Pressegespräch ging Andreas Handlos kürzlich mit brisanten Fakten über die Bilanz der MVG für 2011 an die Öffentlichkeit: Er kritisierte den vorhandenen Abgang von rund 900.000 Euro und begründete das mit Fehlern der Geschäftsführung (wir berichteten). Das Pikante dabei: Handlos sitzt im Aufsichtsrat der MVG und hatte die Fakten aus einer internen Sitzung weitergegeben.
"Es hat schon andere Aufsichtsräte gegeben, die nicht mehr Aufsichtsräte waren, weil sie gegen die Vertraulichkeit verstoßen haben", meinte SP-Gemeinderat Erik Lasaridis. Stefan Janisch (FPÖ) ergänzte: "Auf die Geschäftsführung loszugehen ist unter jeder Kritik. Dafür hat man ein Aufsichtsratsmandat, um intern zu diskutieren." Und Bürgermeisterin Brigitte Schwarz sagte: "Es hat mich einfach schockiert, das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt."
Handlos konterte, so einfach könne man sich das nicht machen, "denn die MVG steht im öffentlichen Interesse". Und zu Janisch, der seine Wirtschaftskompetenzen angezweifelt hatte, sagte er: "Ich habe eine wirtschaftliche Ausbildung und Erfahrung. Ich weiß schon, wovon ich rede."
Unterstützt wurde Handlos von Parteikollegen Harald Frager: "Diese Theatralik ist nicht angebracht." Der Abgang wurde von der MVG etwa mit den gestiegenen Dieselpreisen und der Miete für das neue Dienstleistungszentrum argumentiert. Das seien Ausgaben, die voraussehbar waren, erklärte Frager.
Bei der MVG werden nun kostensenkende Maßnahmen gesetzt, unter anderem die Verschmelzung mit Spanner-Reisen im Reisebusgeschäft. MICHAELA AUER







