Falsche Feinstaubwerte
Im November und Dezember hatte Mürzzuschlag ständig enorm hohe Feinstaubwerte. Der Grund dafür: Das Messgerät war kaputt.
Anfang Dezember des Vorjahres ging eine sehr lange Feinstaubperiode zu Ende. In unserer Ausgabe vom 10. Dezember zogen wir eine erste Zwischenbilanz: Bruck hatte bis dahin 18 Feinstaubtage, Kapfenberg fünf und Mürzzuschlag rekordverdächtige 23 Tage, bei denen der Mittelwert über 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft lag.
Die 23 Feinstaubtage waren aus mehreren Gründen bemerkenswert: Erstens hatte Mürzzuschlag bis dahin stets die besten Werte aller drei Mürztaler Stationen, und zweitens lag Mürzzuschlag sogar weit über der berüchtigten Station Don Bosco in Graz, die es bis dahin nur auf zwölf Feinstaubtage gebracht hatte.
Das machte auch die Mürzzuschlager Umweltreferentin Silke Jaklin-Perklitsch stutzig: "Aber nicht nur die vielen Überschreitungen, auch die zeitliche Verteilung war uns nicht ganz geheuer. So hatten wir sonntags immer extrem hohe Werte. Wer weiß, wie ruhig es am Sonntag in Mürzzuschlag ist, kann das nicht glauben. Das war ganz einfach nicht stimmig!"
Deshalb meldete die Stadt Zweifel an den Werten an und setzte durch, dass die "Umweltinformation Steiermark", eine Dienststelle des Landes, ein zweites Messgerät installierte. Man stellte sehr bald fest, dass das alte Messgerät defekt war - zur großen Erleichterung von Jaklin-Perklitsch: "Wegen der hohen Werte mussten wir uns bereits Maßnahmen überlegen, etwa einen autofreien Tag oder ein Heizverbot für Zusatzöfen. Das fiel damit weg."
Wenn man sich jetzt die Messwerte für Mürzzuschlag im Internet auf "www.umwelt.steiermark.at" ansieht, fehlt der Bereich von Juli 2011 bis 10. Februar 2012. Ab diesem Tag wurde wieder gemessen - und zwar in einer Größenordnung, wie sie früher gemessen worden ist.
Übrigens: Bruck kam im heurigen Winter auf 25 Feinstaubtage, Kapfenberg auf elf, Mürzzuschlag fällt wegen des kaputten Messgeräts für diesen Winter aus der Wertung.







