Neun Jahre ohne Sieg sind genug
Kapfenberg braucht heute in Ried (18.30 Uhr, im Live-Ticker der Kleinen Zeitung) dringend Punkte. Auf Verteidiger Mark Prettenthaler wartet gegen die Innviertler ein spezielles Spiel.

Foto © GEPAMark Prettenthaler
Eigentlich will er gar nicht mehr darüber reden. Die leidige Disco-Affäre (Körperverletzung) hat Mark Prettenthalers Engagement in Ried im Juni 2011 mit einem Schlag beendet. "Es war kurz und schmerzvoll", erinnert sich der Kapfenberg-Verteidiger. "Ich hab dann vor der Mannschaft die Sache richtig gestellt und das war's." Deswegen ist das heutige Match der Kapfenberger in Ried "schon ein bisschen speziell für mich."
Ein bisschen speziell ist das Spiel auch für seinen aktuellen Arbeitgeber. Neuneinhalb Jahre ist es her, dass der KSV zuletzt in Ried gewonnen hat. Ein einziger Falke von damals ist auch heute noch dabei: Herbert Wieger, mittlerweile Teammanager "Er hat uns aber keine Tipps gegeben", sagt Prettenthaler und lacht. "Das machen unsere Trainer und die machen es sehr gut."
In der Bundesliga hat Ried alle sieben Heimspiele gegen den KSV gewonnen und bei 14 Toren erst zwei Gegentreffer zugelassen. Heute muss sich das ändern, damit das rettende Ufer, sprich Platz 9, in Sichtweite bleibt. "Wir haben jetzt 14 Endspiele und brauchen in Ried unbedingt drei Punkte", sagt Prettenthaler kämpferisch.
Gerson und Thomas Schönberger kehren nach ihren Blessuren wieder in die Mannschaft zurück und sollen der Abwehr mehr Stabilität verleihen. "Gerson ist ein Spitzenmann, mit dem wir um einiges sicherer stehen", sagt Prettenthaler. "Mit ihm in der Abwehr läuft uns keiner weg", sagt auch Trainer Thomas von Heesen. "Er ist schneller als 90 Prozent der Stürmer in Österreich." Auch Kapitän David Sencar ist nach seiner Gelbsperre wieder mit dabei. Trotzdem wird es in Ried alles andere als leicht. "Sie sind sehr heimstark, dazu kommen der kleine Platz und das 3-3-3-1-System. Wenn sie einmal 1:0 führen, wird es ganz schwer, sie zu knacken", spricht Prettenthaler aus Erfahrung.
Dazu kommt, dass auch Ried unter Druck steht. Der Herbstmeister ist mit vier Niederlagen in vier Spielen (Torverhältnis 1:8) gestartet und auf den sechsten Platz abgerutscht. "Aber zu glauben, sie wären eine Klasse schlechter als im Herbst, wäre völlig falsch. Wir dürfen und werden sie keinesfalls unterschätzen."
Bei Ried könnte Trainer Paul Gludovatz wieder auf der Bank Platz nehmen. Zuletzt hatte ihn ein grippaler Infekt daran gehindert. Ivan Carrill (Knieprobleme) und Marco Meilinger (Leistenprobleme) sind fraglich.







