Enges Rennen an der Bundesliga-Spitze
Österreichs Bundesliga ist vor dem Frühjahrsstart am Wochenende an der Spitze völlig ausgeglichen. Innerhalb von fünf Punkten sind mit Rapid (32), Ried (32), Salzburg (30), Austria (28), Admira (28) und Sturm Graz (27) sechs Teams.

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Für die Coaches ist das enge Rennen eher ein Zeichen für die Stärke und nicht die Schwäche der Liga, wie in einer Umfrage der APA - Austria Presse Agentur deutlich wurde. "Die Liga ist stark, das sieht man auch an den Erfolgen in der Europa League", betonte etwa Wiener-Neustadt-Trainer Peter Stöger. Das sieht Paul Gludovatz ähnlich. "Ich glaube, dass international mehr Wertschätzung auf unsere Liga gelegt wird wie in der heimischen Medienlandschaft", gab der Ried-Trainer seine Sicht der Dinge preis.
Laut Austria-Trainer Ivica Vastic ist es positiv, dass alles so ausgeglichen ist. "Das bringt auch Spannung und gibt jedem Spiel eine Wichtigkeit", sagte der Neo-Coach der Wiener. Dem schloss sich auch "Winterkönig" Peter Schöttel an. "Die Tabelle beweist, dass wir einen extrem ausgeglichenen Herbst erlebt haben und uns auf eine immens spannende Frühjahrssaison einstellen können", sagte der Rapid-Trainer. Kapfenberg-Coach Thomas von Heesen findet es gut, dass die Leistungsdichte hoch ist. "Der Wettbewerb ist interessant. In Deutschland ist es im Moment ähnlich. Das zeigt auch, dass die anderen Mannschaften aufgeholt haben, und nicht, dass die Spitzenteams nachgelassen haben", meinte der Deutsche. Admira-Trainer Dietmar Kühbauer würde gegen seine Mannschaft sprechen, würde er die Situation als schlechtes Zeichen werten.
Mangel an Stabilität der Spitzenteams
Erklärungsversuche für die Situation an der Tabellenspitze gab es einige. "In den letzten Jahren hat es von den absoluten Spitzenmannschaften keine geschafft, ihrem Ruf wirklich gerecht zu werden. Das Gros der Liga ist nicht schlecht, aber nach vorne hin fehlen die Ausreißer", sagte Wacker-Innsbruck-Coach Walter Kogler. Vor allem Salzburg blieb im Herbst hinter den Erwartungen zurück. Dessen ist sich auch Ricardo Moniz bewusst. "So wie in den vergangenen Jahren ist dies ein Mangel an Stabilität der Spitzenteams - aus den verschiedensten Gründen. Bei uns war dies auf zahlreiche Ausfälle zurückzuführen", erklärte der niederländische Salzburg-Trainer. Franco Foda sieht es im Herbst als normal an, dass alles eng beisammen ist. "Die Mannschaften, die international spielen, haben immer den hohen Rhythmus und sind durch die Reisestrapazen manchmal in der Liga nicht so konzentriert", erinnerte der Sturm-Cheftrainer.
Als einziger etwas skeptisch war Franz Lederer. "Es ist schwierig zu sagen, es würde auch nicht für die Stärke der Liga sprechen, wenn sich Salzburg längst abgesetzt hätte. So ist es jedenfalls für die Fans eine sehr interessante Situation", betonte der Mattersburg-Coach. Die nur auf Rang drei liegenden "Bullen" gelten im Frühjahr als Topfavorit für gleich fünf Trainer - Schöttel, Vastic, Kühbauer, Foda und Kogler. Salzburgs Moniz glaubt an eine Entscheidung erst am letzten Spieltag. Für Gludovatz haben Rapid, Austria, Sturm und Salzburg gleich gute Chancen. Stöger schloss sich dem an und nahm auch noch Ried in seine Auflistung auf. Lederer sah das Rennen noch offener. "Alle sechs Clubs, die vorne sind, können den Titel holen. Es wird darauf ankommen, wer gleich eine Serie hinlegt", sagte der Mattersburg-Trainer.
Warten bis zum Ende
Von Heesen wollte sich nicht an den Spekulationen beteiligen. "Die beste Mannschaft wird am Ende des Tages an der Tabellenspitze stehen", betonte der KSV-Trainer. Die volle Konzentration des Deutschen gilt dem Unternehmen Klassenerhalt. Sieben Punkte Rückstand auf den Vorletzten Mattersburg gilt es für die Obersteirer aufzuholen. "Ich sehe überhaupt niemanden als Gegner. Ich sehe nur von Spiel zu Spiel, dass wir die Punkte erst einmal sammeln, und wer dann eventuell für uns in Reichweite kommt, das werden wir dann ja sehen", erläuterte der Kapfenberg-Trainer. Der unmittelbare Konkurrent aus dem Burgenland gab sich optimistisch. "Wir wähnen uns nicht in Sicherheit, aber wir werden nicht absteigen", betonte Lederer. Laut Schöttel und Moniz wird es für Kapfenberg sehr eng. Auch für Stöger haben Sanel Kuljic und Co. die schlechtesten Karten. "Aber es ist nicht unmöglich, den Rückstand aufzuholen", fügte der Wiener-Neustadt-Coach hinzu. Und Kogler ergänzte: "Klar hat Kapfenberg noch eine Chance, im Fußball kann vieles passieren."
Gludovatz ist der Meinung, dass es noch den ein oder anderen Club treffen kann, der schwerer oder gar nicht aus den Startlöchern kommt. Ähnlich lautete Kühbauers Einschätzung: "Es gibt genügend Frühjahrspartien, warum sollten sie nicht einen Lauf haben?" Vastic sieht Von Heesen als Ass im Ärmel der Steirer. "Wer die deutsche Mentalität kennt, der wird wissen, dass sie nicht aufgeben werden", sagte der Austria-Coach. Interessiert am Liga-Verbleib des KSV ist Sturm, um weiterhin Derbys austragen zu können. "Wenn die neuen Spieler einschlagen, ist alles möglich", meinte Foda.









