Der Steirer-Schreck dominiert die Liga
Die Kapfenberg Bulls gastieren am Sonntag um 19 Uhr bei Bundesliga-Spitzenreiter Klosterneuburg.
BASKETBALL. Gmunden, Wels, Kapfenberg oder Oberwart - das gaben Experten vor der Saison von sich, wenn sie nach jenen Teams befragt wurden, welche für den Titel in der Basketball-Bundesliga infrage kommen. Nach 15 Runden im Grunddurchgang lacht aber ein anderer Klub von der Tabellenspitze, die Klosterneuburg Dukes.
Ausgerechnet beim Spitzenreiter müssen die viertplatzierten Kapfenberg Bulls am Sonntag (19 Uhr, Sky Sport Austria live) ran. Die Zuseher dürfen sich auf eine Topbegegnung freuen. Während die Kapfenberger insgesamt sieben der vergangenen acht Spiele für sich entschieden haben, feierten die Niederösterreicher sogar sieben Siege in Serie.
Die Frage muss erlaubt sein: Ist Klosterneuburg derzeit das Maß der Dinge? "Das ist sicher nicht der Fall", sagt Bulls-Geschäftsführer Michael Schrittwieser, dessen Team um den Einsatz von Jeremy Fears (Leistenzerrung) bangen muss. "Klosterneuburg hat einen imposanten Lauf und stehen zu Recht an der Tabellenspitze. Aber sie haben eben den Vorteil, dass sie sehr gut eingespielt waren, weil sie wenige Veränderungen gehabt haben."
Ein "Vorwurf", den man von vielen Seiten zu hören bekommt. Klosterneuburg-Trainer Werner Sallomon, der mit Christoph Nagler und Ex-Bulle Moritz Lanegger (verletzt) auch zwei Steirer im Kader hat, betrachtet es nüchtern: "Wir haben ja niemandem verboten, dass er die Mannschaft zusammenhält. Wenn andere Klubs glauben, zehn neue Leute holen zu müssen, ist das ihre Sache. Für einige wäre es besser, die Energie dafür zu verwenden, um sich selbst besser als andere schlecht zu machen. Aber eigentlich gefällt mir die Situation. Niemand nimmt uns ernst, keiner traut uns etwas zu."
Luft nach oben
Das Erfolgsrezept ist für Sallomon klar: "Wir haben kein großes Budget, keine Schulden und eine semiprofessionelle Truppe. Wir leben vom guten Mannschaftsklima und den tollen Charakteren. Alle ordnen sich dem Team unter." Dennoch, Sallomon sieht noch Luft nach oben: "Wir haben aufgrund von Verletzungen noch nie den gesamten Kader zur Verfügung gehabt. Wenn alle da sind, werden wir sicher noch druckvoller."
Diese Drohung sollten die anderen Teams der Liga sehr ernst nehmen, auch Kapfenberg. Was am Sonntag für die Klosterneuburger spricht, ist die Bilanz gegen die Steirer-Teams. Von fünf Spielen gewannen sie alle. Auch Fernseh-Livespiele haben sie gerne: Drei Spiele, drei Siege. Kapfenberg durfte nur einmal (in vier Partien) jubeln. Schreck lass nach. . . MICHAEL LORBER







