Sturm zeigte zwei Gesichter

Foto © GEPAHeribert Weber
Admira - Sturm. Schrecklich, diese erste Hälfte. Das Defensiv-Verhalten von Sturm erinnerte an eine Altherrentruppe. Den Schwarz-Weißen Arbeitsverweigerung vorzuwerfen, wäre jedoch unfair der Admira gegenüber. Zu stark war die Leistung der Südstädter. Zu schnell für die Steirer waren die Antritte, zu flink die Bewegungen und zu überraschend die Pässe in die Tiefe. Ich habe die Abwehrreihe der Grazer noch nie so desorientiert und taktisch unklug gesehen. Nach der Pause bot sich ein völlig verändertes Bild. Da zeigten die Schwarz-Weißen in einigen Phasen, warum sie Meister geworden sind. Es stimmte die Organisation und vor allem die Moral. Sie hätten ein Match, das längst verloren schien, fast noch einmal gedreht. Fast - hätte das Schiedsrichterteam mitgespielt. Hölzls reguläres Tor zum 3:3 wurde aberkannt. Verpatzte Generalprobe . . . es wartet Lok Moskau. Nicht vergessen: Eine gute Hälfte wird nicht reichen.
Innsbruck - Ried. Das Spiel der Rieder stand unter dem Motto: "Wer hat noch nicht, wer will noch mal". Die Oberösterreicher dominierten klar. Trainer Gludovatz gelingt es immer wieder, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Trotz vieler Abgänge überzeugten die Innviertler als großartige Einheit. Defensiv stark und im Angriff einen Torjäger mit dem klingenden Namen Casanova. Aber seine zwei Treffer dürften für die Tiroler alles andere als erotisch gewesen sein.
Rapid - Mattersburg. Am Beispiel Steffen Hofmann: Fünf Mal ausgewechselt in sieben Spielen. Der Kapitän ist weit entfernt von der Normalform. Mir fehlt die Begeisterung, mit der er viele Jahre die gesamte Mannschaft mitgerissen hat. Ich vermisse die herausragenden Pässe, die gefährlichen Standardsituationen, mit denen er Spiele im Alleingang entschieden hat. Er macht Dienst nach Vorschrift, er fühlt sich in seiner Haut nicht wohl. Grübelt er darüber nach, dass er von Trainer Schöttel von einer Position auf die andere geschubst wird? Leidet er unter mangelnder Anerkennung? Oder darunter, dass man ihm kongeniale Partner in der Offensive verkauft hat? Tatsache ist, dass das Rapid-Spiel mit Hofmann steht und fällt.
Kapfenberg - Salzburg. Kann man ihnen etwas vorwerfen? Nein! Kapfenberg hat alles gegeben und dem großen Gegner 90 Minuten Paroli geboten. Wären da nicht die herausragenden Siege gerade gegen die Mozartstädter im Gedächtnis, wäre jeder angetan gewesen von der kämpferischen Leistung. Klar wurde auch in diesem Spiel: Es fehlt derzeit die nötige Qualität auf einigen Positionen und dadurch ist die mannschaftliche Geschlossenheit nicht gegeben. Zu viele Verletzungen verhindern einen kontinuierlichen Aufbau.
Wr. Neustadt - Austria Wien. Die 2:4-Niederlage gegen die Admira hat bei der Austria tiefe Spuren im sensiblen Mannschaftsgebilde hinterlassen. Gegen Wiener Neustadt fehlten die schnellen und überraschenden Kombinationen nach vorne.









