1149 Jahre standen auf der Bühne
Zwölf Bewohnerinnen und Bewohner des Alten- und Pflegeheims Altersheimgasse in Bruck eroberten die Bretter, die die Welt bedeuten - mit einem selbst erarbeiteten Bauernschwank.
Ob die Zahl 13 der Aufführung Unglück gebracht hätte? Wir werden es nie erfahren. Doch kurz vor der Aufführung des Bauernschwanks "Verliebt, verlobt und..." verließ eine der Darstellerinnen der Mut. Die alte Dame ging erst gar nicht auf die Bühne.
Doch das Dutzend an Heimbewohnern, das die Bühne dann ebenso eroberte wie die Herzen der Zuschauer, zeigte wenig von diesem Lampenfieber. Und wenn es tatsächlich einmal nicht wie geschmiert weiterging, halfen die Gelassenheit des Alters und Improvisationstalent mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern.
Zwölf Wochen haben die Theaterpädagogin Wera Köhler und die Animateurin Beatrix Schmid mit den Darstellern gearbeitet. Gemeinsam haben sie zuerst den Stoff ausgesucht - Grundlage war die Kapfenberger Agnes-Sage -, ein Drehbuch verfasst und geprobt, geprobt, geprobt. "Der Weg war das Ziel", meinte Köhler dem entsprechend. "Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen", fügte sie stolz hinzu.
1149 Jahre standen schließlich auf der Bühne, "Jungspunde" wie etwa Köhler oder Schmid mit eingerechnet. Die Doyenne des Ensembles war Margarete Graf, die sage und schreibe 97 Lenze auf dem immer noch geraden Buckel hat. Neben ihr standen noch Anna Rauch, Josef Großmann, Rudolf Hübl, Gretl Trafela, Aloisia Köck, Johann Hirnthaler, Maria Bracek, Angela Stipschik, Elli Rainer, Maria Schablreiter und Herta Tarrer auf der Bühne. Die Livemusik kam vom Harmonikaspieler Manfred Voitech.
Für Heimleiterin Renate Krammer war trotz des einen oder anderen Hoppala bei den Proben die Aktivität der Heimbewohner wichtig, der Spaß, der im Vordergrund stand und vor allem, dass man auch mit bis zu 97 Jahren nicht zum alten Eisen gehören muss. Und dass, um mit dem großen Theatermann Oscar Wilde zu sprechen, Ernstsein nicht alles ist, bewies Margarete Graf, die zum Schluss noch vors Publikum trat und meinte: "Die ganze Welt ist Bühne - und das ganze Leben ist ein Theater."








