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Zuletzt aktualisiert: 03.05.2010 um 20:30 UhrKommentare

Gesteinsbohrgeräte "Made in Kapfenberg" nach langer Pause

Bis zum Jahr 2000 war die BPI in diesem Segment tätig, jetzt ist es die TM Bohrtechnik. Dazwischen liegt eine wechselvolle Geschichte.

KAPFENBERG. Die BPI, die "Böhler Pneumatik International", stellte bis zum Jahr 2000 in Kapfenberg auch Gesteinsbohrgeräte für den Bergbau und Tunnelbau her. Vor zehn Jahren aber wurde diese Sparte an Sandvig verkauft und nach Zeltweg verlagert.

25 Mitarbeiter sollten mitgehen, die meisten wechselten aber zur Firma "Techmo" in Fohnsdorf, die im selben Bereich tätig war. In letzter Zeit hat sich in der Branche aber viel getan: Sandvig verlagerte die Produktion 2008 von Zeltweg nach Finnland. Und Techmo schlitterte im August 2009 in die Insolvenz, die einstigen Böhlerianer waren ohne Arbeit.

Aber nicht lange, denn die Kunden und Vertragshändler wollten unbedingt, dass der Betrieb weitergeht. Nach reiflicher Überlegung gründeten Fritz Krobath und neun weitere Mitarbeiter eine Nachfolgefirma. Es ging zurück nach Kapfenberg, gleich neben die frühere BPI-Halle. Krobath: "Wir kauften die Unterlagen und Nutzungsrechte aus der Masse heraus. Mit dieser Basis und mit unserem langjährigen Know-how ist eine gute Basis vorhanden." Er war bei Techmo technischer Leiter und ist nun Geschäftsführer der "TM-Bohrtechnik GmbH".

Nach Sibirien

Als Finanzpartner wählte man sich unter fünf Interessenten den bisherigen Vertragshändler in Russland - auch deshalb, weil der dortige Markt enorm groß ist. Die Beschäftigten halten gemeinsam 20 Prozent der Anteile und wollen vor allem Bohrgeräte für Steinbrüche herstellen. Dazu kommen andere Spezialgeräte zur Gesteinsbearbeitung, etwa Bohrlafetten für die Montage auf Baggern. Die Sache läuft gut an, wie Krobath erzählt: "Als kleine Firma können wir gut auf spezielle Kundenwünsche eingehen. Und das ist oft gefragt."

Vor wenigen Tagen wurde das erste Großbohrgerät in Kapfenberg ausgeliefert: Es geht nach Jakutien in Ostsibirien. Ein weiteres Gerät für die Salzlagerstätten der Salinen Austria ist in Arbeit. Auch für ein Bergwerk bei Villach arbeitet man an einem Großgerät. Krobath: "Weitere Aufträge sind in Vorbereitung, die Grundauslastung ist da."

Für die Zukunft will er noch keine konkreten Erwartungen nennen, nur so viel: "Wir sind derzeit bei drei Vermietern eingemietet, eine eigene Halle wäre also schon ein Ziel."

FRANZ POTOTSCHNIG


DATEN & FAKTEN

Gegründet wurde die TM Bohrtechnik im Dezember 2009.

An Umsatz erwartet man im ersten vollen Geschäftsjahr 2,5 Millionen Euro.

Nächste Ziele sind eine eigene Montagehalle mit Büros und die Ausweitung der Kapazität, also auch mehr Beschäftigte.

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