"Das ist das erste Mal, dass uns Rapid ernst nimmt"
Audienz bei Werner Gregoritsch. Der KSV-Trainer über Hütteldorf, Fans und das Rapid-Dress seines Sohnes.
W ie sehr brennt man in Kapfenberg auf das Heimspiel am Sonntag gegen Rapid?
WERNER GREGORITSCH: Für jeden Spieler ist es die größte Motivation, gegen Rapid zu spielen. Dass wir gegen sie noch nie gepunktet haben, treibt uns an. Auch für mich als Trainer ist es ein Traum, für solche Spiele bin ich Trainer geworden.
Sie kennen Rapid-Coach Peter Pacult gut. Wie wird man von Rapid beäugt?
GREGORITSCH: Ich war am Mittwoch beim Ländermatch in Wien. Dort haben mich Erz-Rapidler angesprochen und vorsichtig gefragt, ob wir Rapid wohl eh keine Probleme bereiten werden. Die haben plötzlich Respekt vor uns, das tut gut. Es ist das erste Mal seit dem Aufstieg, dass uns Rapid ernst nimmt. Und das erste Mal, dass ich bei meiner Mannschaft das Gefühl habe, dass sie auch gegen Rapid an einen Erfolg glaubt. Dabei war mir das 1:1 im Test gegen den GAK wieder eine Lehre: Ohne Leidenschaft, Willen, Disziplin und Fitness sind wir nur eine durchschnittliche Zweitliga-Mannschaft.
Ist Werner Gregoritsch eigentlich ein Rapid-Fan?
GREGORITSCH: Rapid kann ein Vorbild sein für Kapfenberg. Diese Tradition, diese Stimmung. Wenn du in Hütteldorf vor 20.000 Fans einläufst, fährt dir die Ganslhaut auf, das ist sensationell.
(Schnitt. Gregoritsch-Junior Michael, 15 Jahre, betritt den Raum.)
Aber als mein Sohn damals mit Zwölf ein Rapid-Dress nach Hause gebracht hat, war Schluss mit lustig.
(Beide lachen. Kopfnuss für Michael.)
Apropos Fans: Der KSV hat bei der Zuschaueranzahl - gelinde gesagt - Potenzial nach oben, oder?
GREGORITSCH: Dieses Spiel hat sich ein volles Haus verdient. Da könnte etwas Besonderes passieren. Um gegen Rapid zu bestehen, brauchst du die Fans. Alle Steirer müssen uns unterstützen. Wir können ja mit Punkten gegen Rapid auch Sturm helfen. Dabei sind wir selbst nur noch sechs Punkte hinter Rang fünf. INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL







