Integration: BZÖ sieht "massive Probleme"
Eine "Ghettobildung" in zwei Kapfenberger Siedlungen und falsche Wohnpolitik ortet das BZÖ. Die Bürgermeisterin kontert. Man arbeite ständig an Lösungen, das BZÖ mache es sich zu einfach.

Foto © AuerAm Mürzbogen in Kapfenberg wohnen vilele Zuwanderer. Das BZÖ fodert Zuwanderungsstopp
Das Siedlungsgebiet Schinitz und jenes am Mürzbogen, dort gebe es "massive Integrationsprobleme" und "Ghettobildung", schreibt Gerhard Hasewend, seit Dezember Bezirksobmann des BZÖ, in einer Presseaussendung. Hasewend sieht in den Siedlungen zu viele ausländische Bewohner. Damit werde Integration verhindert und nicht gefördert. Die "letzten ansässigen Österreicher fühlen sich in diesen Siedlungen nicht mehr wohl", so Hasewend.
Zusiedlungsstopp
Hasewend fordert deswegen einen "totalen Zusiedlungsstopp von Ausländern und Asylwerbern in den besagten Stadtteilen". Und er fordert von der Stadt, die Bewohner in diesen Siedlungen "intensiv zu betreuen."
Kapfenberg hat einen Migrantenanteil von 11,58 Prozent, erklärt Bürgermeisterin Brigitte Schwarz. "In einem Siedlungsgebiet haben wir einen erhöhten Anteil, das ist der Mürzbogen in der Grazerstraße. Das ist seit zehn Jahren kein Geheimnis", sagt Schwarz. "Die Problematik taucht vor jeder Wahl wieder auf", vermutet Schwarz, wieso das Thema gerade jetzt vom BZÖ aufgegriffen wird: "Es ist Wahlkampf. Das Gemeine daran ist, dass wir seit Jahren etwas tun. Aber haben Sie in den letzten fünf Jahren etwas vom BZÖ gehört?"
Dass es nicht immer ohne Probleme abgehe, gibt Schwarz auch zu. Dass es keine Betreuung gibt, weist sie aber zurück. "Wir vermitteln, wir helfen bei Problemen." Und man setzt auf Aufklärung und Information, was die Spielregeln für das Miteinander angeht: In 15 Sprachen gibt es Infobroschüren. Und man versucht Konzepte mit Haussprechern oder Hausbesorgern zu entwickeln. Mit der Donau-Universität Krems arbeitet man an Lösungsmodellen.
Österreicher
Hasewend kritisiert weiters eine bisher "praktizierte Abschiebung von ausländischen Mitbürgern in gewisse Stadtteile". Schwarz dementiert: "Klar wäre es günstiger, diese Menschen stärker auf die ganze Stadt zu verteilen", sagt sie. Aber die Wohnungen am Mürzbogen sind günstig, und als sie noch nicht saniert waren, wollte sie fast keiner. Migranten nahmen die Wohnungen aber, weil sie sich nichts anderes leisten konnten. Inländer wollen sie heute noch nicht. "Wenn jemand eine Wohnung haben will oder eben nicht, kann man das nicht verhindern", so Schwarz. In bestehende Mietverträge könne man auch nicht eingreifen. Eines hält Schwarz auch fest: Zum Großteil sind die Zuwanderer bereits österreichische Staatsbürger.








