Kapfenberg: Das Grau raus und noch mehr Farbe rein
Ece-Chef Heribert Krammer will Kapfenberg schöner haben und startet eine (Bürger)-Initiative. Mit der Unterführung unter dem Europaplatz will er anfangen - und sie auf eigene Kosten herrichten und erhalten.

Foto © LR Christine Göbl
Er würde heute keinen H&M und auch keinen Fielmann mehr ins ece kriegen, meinte Heribert Krammer bei einer Pressekonferenz in "seinem" Einkaufszentrum. Vor einigen Jahren war das kein Problem. "Aber dann wurde Leoben extrem aufgewertet. Jetzt gehen die alle dort hin."
Als Ursache nennt Krammer: "Diese Händler schauen sich nicht nur das Einkaufszentrum an, sondern die ganze Stadt". Und die habe eine Verschönerung dringend nötig, erklärte Krammer. Seine Kritik: Es passiere hier seitens der Politik viel zu wenig. Deswegen hat der ece-Chef nun eine Initiative gestartet, in die er auch die Bürger und Kunden des ece einbinden will. "Kapfenberg will schöner werden", heißt sie.
Mehr Attraktivität
Ziel ist, das Erscheinungsbild der Stadt zu verbessern. Und so hat das ece-Management 30 neuralgische Punkte und Plätze mit seinem externen Werbeteam herausgearbeitet, wo man vom Stadtbild her etwas verbessern sollte. Und man hat auch schon Vorschläge erarbeitet. Etwa jenen, Begrüßungstafeln an den Stadteinfahrten zu montieren. Dabei geht es nicht um großartige Veränderungen, sondern um kleinere Eingriffe mit größerer Wirkung.
Im ece präsentiert man diese Plätze in einer Ausstellung. Im ganzen Einkaufszentrum findet man nun Bilder, wie diese Punkte und Plätze jetzt aussehen und wie sie aussehen könnten, würde man sie ein wenig anders gestalten - mit Farbelementen oder Bepflanzungen etwa. Außerdem sind Bücher aufgelegt, in die Bevölkerung und Kunden Vorschläge eintragen können. Die zehn besten Verbesserungsvorschläge werden mit Geldpreisen prämiert. Ein Hauptanliegen ist Krammer die Fußgängerunterführung unter dem Europaplatz. Die will er auf eigene Kosten verschönern. Man plant eine farbliche Gestaltung mit beleuchteten Schauelementen. Und auch die Erhaltung würde man übernehmen, sagt Krammer. Man brauche aber die Zustimmung von politischer Seite.
Kritik an Politik
An der Politik lässt Krammer auch nicht wirklich viel gutes Haar. "Ich rede seit zehn Jahren", sagte er. Ohne Erfolg. Womit er nicht nur die visuelle Gestaltung der Stadt meinte. Es sei, so Krammer, etwa sehr positiv, neue Lokale anzusiedeln. "Aber es gibt keine mittel- und langfristigen Dinge und es gibt keine Gesamtstrategie."
Bürgermeisterin Brigitte Schwarz kontert auf die Kritik Krammers mit einem Beispiel. "Schönste Blumenstadt wird man nicht von selbst." Man bemühe sich um das Stadtbild, habe aber auf gewisse Dinge einfach keinen Einfluss. Es gibt unter anderem Förderungen der Stadt für Fassadenverschönerungen. "Aber wenn ein privater Besitzer sein Haus nicht färbeln will, dann kann ich ihn auch nicht zwingen". Schwarz wirft auch die Neuerungen in der Innenstadt in die Diskussion. So etwa die Neugestaltung des Hauptplatzes. "Das hat Herr Krammer auch immer gefordert." Was die Fußgängerunterführung zum ece betrifft, so ist Schwarz bereit, darüber zu reden. Bei den Einfahrten in die Stadt ist auch die Stadt nicht immer Besitzer von Grundflächen, weswegen ihr für eine Gestaltung die Hände gebunden sind. "Und wenn man von Bruck kommt, dann bietet sich nun ein schönes Bild", sagt Schwarz. Da habe man bei der Gestaltung viel gemacht.







