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Zuletzt aktualisiert: 15.12.2009 um 18:57 UhrKommentare

Kein Geld für eine neue Ampelanlage

Farbenspiele: Geht es um die Grünphasen der Ampeln auf dem Kapfenberger Europaplatz, sieht ein oranger Politiker rot. Doch die rote Bürgermeisterin Schwarz sieht für die Finanzierung einer neuen Ampelanlage ziemlich schwarz.

Foto © AP/Sujet

Erst kürzlich hat Peter Vogl von der Liste "Sozial gerechtes Kapfenberg" (Parteifarbe Orange) im Kapfenberger Gemeinderat eine Anfrage gestellt: Er ärgert sich immer, dass die beiden Fußgängerampeln am Europaplatz nicht koordiniert sind - und er wundert sich, dass das nicht funktioniert. Abgesehen davon, dass die "Ampelrallye" von der Rio-Kreuzung im Stadtteil Ledigenheim bis zum Sparmarkt in Redfeld ohnedies ein Horror sei.

Möglich, aber teuer

Auch Bürgermeisterin Brigitte Schwarz (Parteifarbe Rot) wundert sich darüber. "Wir intervenieren regelmäßig bei der zuständigen Baubezirksleitung Bruck. Dort bekommen wir immer die Auskunft, dass eine Gleichschaltung aller Ampeln zwar möglich, aber sehr teuer ist", sagt Schwarz. Und angesichts der Ebbe in der Kapfenberger Gemeindekasse kann und will die Bürgermeisterin nicht mitzahlen - zumal die Straße ja eine Landesstraße ist. "Es existiert ein ausgearbeitetes Konzept für eine durchgehende Ampelschaltung", bestätigt die Kapfenberger Stadtbaudirektorin Sabine Christian. Der Haken daran: Dieses Projekt kostet 250.000 Euro - und die Baubezirksleitung, also das Land Steiermark, stellt sich eine 50:50-Finanzierung zwischen Land und Stadt vor.

Zwei große Probleme bereitet die Ampelanlage auf dem Europaplatz: Zum einen ist die Anlage hoffnungslos veraltet, zum anderen werden die Phasen derzeit aus einer Mischung aus Leitungs- und Funksignalen gesteuert. "Das heißt, sie funktioniert nicht so, wie wir und die Bürgerinnen und Bürger sich das vorstellen", erklärt Christian.

Längere Rotphasen bleiben

Und sie wird auch noch länger nicht nach Wunsch funktionieren - zumindest nicht nach Wunsch der Fußgänger. Denn die Rotphasen der beiden Fußgängerampeln, die durch die Sanierung des Schlossbergtunnels verlängert worden sind, bleiben aufrecht - zumindest, bis die Arbeiten im Tunnel, die ab 9. April noch an sechs Wochenenden durchgeführt werden, beendet sind. "Denn jede Änderung könnte derzeit das Ampelsystem lahmlegen", befürchtet Christian.

Trotzdem arbeiten die Stadtgemeinde, die Baubezirksleitung und ein Verkehrsplaner an einer Notlösung. "Wir schauen, was das Allernotwendigste wäre", sagt Christian. "Aber wir können Fußgänger und Autofahrer derzeit nur um Geduld bitten."

ULF TOMASCHEK

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