Der Gewaltspirale zu zweit entkommen
Frauenberatungsstelle, Beratungszentrum und Männerberatungsstelle bieten Hilfe an.

Foto © Weichselbraun/Sujet
Szenen einer Beziehung: Irgendwann münden Druck und Machtausübung in körperlicher Gewalt. Entschuldigungen, Reue, ständiges Verzeihen wechseln sich ab. Irgendwann sucht die Frau Hilfe. Meistens sind es die Frauen, die sich an eine Beratungsstelle wenden. Nun wird man das Angebot so erweitern, dass Paare gemeinsam einen Weg aus der Gewaltspirale finden können. Dazu haben sich die Mädchen- und Frauenberatungsstelle in Kapfenberg, das Beratungszentrum und das Männerbüro Kapfenberg zusammengetan.
Die Beratungen erfolgen entweder in Kombination von Männerbüro und Frauenberatungsstelle oder im Beratungszentrum und in der Frauenberatungsstelle. Man arbeitet mit Einzelberatungen für die Frau und den Mann und mit Doppelberatungen, wo die beiden Partner mit ihren Beratern in die Sitzungen kommen. All das erfolgt aus einem einfachen Grund: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man mit Einzelgesprächen oft ansteht", sagt Hilde Scheikl, die Leiterin des Kapfenberger Frauenschutzzentrums, wo die Frauenberatungsstelle angesiedelt ist. Hat man beide Partner in einer Beratung, so kann die Situation leichter verändert werden. Die Männer werden dann auch von Männern betreut. Heinz Hagemann, Leiter des Männerbüros, sagt dazu, für die Männer gelte es, mit Machtstreben umgehen zu lernen. So haben manche nie gelernt, auf einen empfundenen Machtverlust anders zu reagieren als mit Gewalt. Die Beratungen im Beratungszentrum und in der Frauenberatungsstelle sind kostenlos, bei der Männerberatungsstelle gibt es Möglichkeiten, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten oder zu reduzieren.
Features
Kontakt
Frauenberatungsstelle: Dienstag bis Donnerstag, 8.30 Uhr bis 17 Uhr. Tel. 0699-172 000 90.
Frauenschutzzentrum: Notrufnummer Tel. (03862) 27 999.
Männerbüro: Telefonnummer 0676-725 28 54.
Beratungszentrum: Tel. (03862) 22 413.







