Steirische Fußball-Zukunft: Die Freude hält sich in Grenzen
Was halten die Klubs von der Idee einer Sechzehner-Adeg-Liga? Alexander Niggas und Klaus Molidor haben sich bei den Top-Vereinen in der Steiermark umgehört.

Foto © GEPASturm-Präsident Rinner: "Nicht sinnvoll"
Sturm: Sportlich keine sinnvolle Lösung.
Präsident Hans Rinner war von Anfang an für die Lösung mit je zehn Vereinen und kann einer Ersten Liga mit 16 Vereinen nichts abgewinnen. "Mir konnte noch niemand den Vorteil einer 16er-Liga erklären. Ich halte das sportlich und wirtschaftlich nicht für sinnvoll", erklärt Rinner. "Wir haben in Österreich ja schon Probleme, 22 Profi-Vereine zusammen zu bringen. Jetzt sollen es dann 26 sein. Die Grenze zwischen Profi- und Amateurfußball wird durch die Auflösung der Regionalligen also nicht geschärft, sondern noch weiter verwischt." Auch glaubt der Sturm-Präsident nicht, dass in der Ersten Liga durch die Aufstockung künftig mehr junge Österreicher zum Einsatz kommen werden: "Das bisherige Format war für die Bundesliga sicher das bessere."
KSV: Fuchs will lieber oben aufstocken.
Präsident Erwin Fuchs kann der Idee einer Ersten Liga mit 16 Vereinen wenig bis gar nichts abgewinnen: "Es gibt den Beschluss aus dem Jahr 2008, wieder auf zehn Vereine zu reduzieren und die Amateur-Teams aus der Liga zu verbannen. Diese Idee halte ich weiter für absolut richtig und ich finde, daran sollten wir festhalten. Dann gibt es zwar wieder eine Relegation der Regionalliga-Meister und der Aufstieg wird schwieriger, aber wer es schafft, ist dann auch wirklich reif für oben. Wenn wir überhaupt etwas aufstocken sollten, dann sollte das die Bundesliga sein. Mit Traditionsklubs wie GAK oder Innsbruck ginge das." Aber Fuchs, der auch gegen die Abschaffung der Regionalliga ist, glaubt ohnehin nicht, dass eine Mehrheit der Klubs für die 16er-Adeg-Liga ist.
Gratkorn: Ärger über den Zeitpunkt der Reform.
Manager und Präsident Josef Schenkirsch ist sauer. Aber nicht etwa wegen der Aufstockung der Ersten Liga auf 16 Vereine. "Mit diesem Vorschlag sind wir ja schon einmal abgeblitzt." Vielmehr ärgert ihn der Zeitpunkt: "Es gab einen Beschluss und der wurde jetzt in der Transferzeit, wo wir gerade mitten in der Planung für die Zukunft stecken, wieder über den Haufen geworfen. Aber jammern hilft nichts, wir müssen die Entscheidung akzeptieren."
Hartberg: Wollen in die Ostliga wechseln.
Klubsekretär Kurt Riedl versteht die Entscheidung überhaupt nicht. "Was hat die 16er-Liga mit der Abschaffung der Regionalliga zu tun? Wem das eingefallen ist, der kommt aus der Vergangenheit", kann er sich einen Seitenhieb auf die Zukunftswerkstatt des ÖFB nicht verkneifen. "Wir haben bei der Sitzung des steirischen Verbandes schon gesagt, dass wir im Falle einer Auflösung der Regionalliga in einer Ostliga mit Wien und Niederösterreich spielen wollen."
GAK: Mehr Klubs, aber Regionalliga behalten.
Sportdirektor Thomas Hösele ist nur teilweise zufrieden mit den ÖFB-Plänen: "Eine Aufstockung der Adeg-Liga ist vielleicht nicht schlecht, aber die Regionalligen sollten beibehalten werden. Denn ohne sie erscheinen mir die Aufstiegsszenarien aus den Landesligen nur wenig durchdacht. Die Frage ist auch, wie Premiere reagiert. Ist für den Sender eine 16er-Liga noch interessant? Und selbst wenn, wird dann der Kuchen der TV-Gelder für alle kleiner? Das wäre suboptimal."








