Bäume müssen weichen
"Bruder Baum" ist auf Parkplätzen nicht beliebt, in Walfersam rückt man Birken und Ahornbäumen deshalb zu Leibe. Ein Mieter wehrt sich.
Dass Kapfenberg eine Stadt mit rundherum viel Grün ist, bestreitet niemand. Werden aber in einem Siedlungsgebiet Bäume gefällt, wollen das viele Menschen trotzdem nicht einfach so hinnehmen, auch wenn sie keinen persönlichen Nutzen von deren Rettung haben.
Fällung von Birken. So geschehen dieser Tage in Walfersam. Da wurde von Mietern des Hauses Johann Böhm Straße 29 mit einer Unterschriftenliste die Zustimmung zur Fällung von Birken eingeholt. Da die meisten Mieter unterschrieben haben, kam man noch auf die Idee, fünf unliebsame Ahornbäume zusätzlich zu entsorgen und fügte diesen Wunsch der Unterschriftenliste noch handschriftlich hinzu.
Umwelt- und Klimaschutz. Und genau an diesen Bäumen und dem handschriftlichen Zusatz stößt sich Walter Rumpf, einer der Mieter: "Diese Bäume sollen wegkommen, weil sie Autos verunreinigen, krank sind sie sicher nicht", ärgert er sich. Da sei immer von Umwelt- und Klimaschutz die Rede, und dann würden Autos mehr zählen.
Unterschriftenliste. Am Dienstag wurden einige Bäume gefällt. Die Birken vor dem Haus bleiben noch einige Zeit stehen, aber für die Ahornbäume sind die Tage gezählt. "Wir haben eine neue Unterschriftenliste vorliegen, auf der haben 36 von 51 Mieter unterschrieben", verweist Heribert Prietl von der Gebäudeverwaltung auf demokratische Entscheidungen - und auch darauf, dass Ersatzbäume gesetzt werden, kleinere und pflegeleichtere.
Schaler Beigeschmack. Für Rumpf hat das Vorgehen trotzdem einen schalen Beigeschmack: "Nur wenige Meter von uns entfernt stehen die gleichen Bäume vor der Walfersamhalle. Die wurden sogar saniert."








