Tierschützer seit drei Jahrzehnten
Vor 30 Jahren gründeten Franziska und Josef Döller die Tierstube Kapfenberg. Heute führen sie ein Landestierheim. Eine Erfolgsstory, an die sie vor drei Jahrzehnten nie und nimmer gedacht hätten.

Foto © APVor rund 32 Jahren begannen Franziska und Josef Döller damit, Tiere zu schützen
Wenn die Tierhilfe Kapfenberg heuer ihr 30-jähriges Bestehen feiert, kann das Josef Döller selbst am allerwenigsten glauben. Was vor drei Jahrzehnten als kleine private Initiative von ihm und seiner Frau Franziska begonnen hat, ist heute Landestierheim. Dem Land Steiermark, speziell dem zuständigen Landesrat Hans Seitinger, ist Döller entsprechend dankbar: "Ohne das Land gäbe es uns sicher nicht mehr."
Vor 32 Jahren begonnen. Streng genommen begannen Franziska und Josef Döller schon 1977, vor 32 Jahren, mit dem Tierschutz. Damals allerdings beherbergte das Ehepaar ausgesetzte und abgegebene Tiere in ihrer Wohnung. "Aber die Hunde und Katzen wurden immer mehr. So sahen wir uns gezwungen, nach einem geeigneten Grundstück Ausschau zu halten", erzählt Josef Döller.
Grundstück vom Bürgermeister. Nach einigem Suchen fand sich ein Areal. Doch sehr bald wurde den Döllers klar, dass auch diese Lösung nicht gutgehen wird. Befand sich der Grund doch mitten in einem Siedlungsgebiet - und das Bellen war eindeutig zu laut. So begab sich Döller zum damaligen Kapfenberger Bürgermeister Franz Fekete. Dieser gab der Familie ein Grundstück im damals noch weitgehend unbebauten Gebiet Apfelmoar - die ehemalige Halde der Müllveraschung der Stadtgemeinde. "Dementsprechend sah es dort auch aus", erinnert sich Döller.
Notquartier. Doch 1979 ging es los. Der Platz wurde eingeebnet, eine Baracke errichtet. "Nicht mehr als ein Notquartier, aber an mehr dachten meine Frau und ich damals noch nicht", sagt Döller. Den Begriff Notquartier beschreibt wohl am besten die Tatsache, dass sich damals 21 Hunde einen Zwinger teilen mussten - was allerdings erstaunlich gut ging.
"Schnorrtour". Was von Anfang an fehlte, war das liebe Geld. Also begab sich Josef Döller auf "Schnorrtour" - und das mit beträchtlichem Erfolg. Neben der Stadtgemeinde waren es etliche regionale Firmen, die mit Sachleistungen halfen - und natürlich die fleißigen Mitarbeiter, damals viele Arbeitskollegen des "Böhlerianers" Döller, die ungezählte freiwillige und unbezahlte Stunden in die Tierstube steckten. Und auch heute, als Landestierheim, könnten Döller und sein Team nicht ohne Spenden exisiteren.
Nachfolger gesucht. Die drei Jahrzehnte unermüdlicher Arbeit haben allerdings bei Josef Döllers Gesundheit deutliche Spuren hinterlassen. Deshalb sucht er für nächstes Jahr einen Nachfolger für das Tierheim. "Dann bin ich 70 Jahre alt und möchte mein Lebenswerk in guten Händen wissen."








