Für die Bundesliga-Klubs geht die Zitterpartie los
Offenbarungseid: Bis Montag müssen die Klubs der Bundesliga beweisen, dass sie in der Lage sind, wirtschaftlich weiter zu bestehen.

Foto © APABis Montag müssen alle Lizenz-Unterlagen eingereicht werden
Montag ist Stichtag. Bis 24 Uhr müssen alle Vereine der Bundesliga und jene, die eintreten wollen, wie jedes Jahr aufs Neue um die Lizenz zur Spielberechtigung für die kommende Saison ansuchen. In Zeiten der vielzitierten Finanz- und Wirtschaftskrise ist es für die Klubs nicht gerade einfacher geworden, ihre Budgets unter Dach und Fach zu bringen.
Ein konkretes Opfer gibt es schon vor den Lizenzterminen. DSV Leoben kann wegen des Konkurses gar keine Unterlagen mehr einreichen, muss also den Austritt aus der österreichischen Profi-Gemeinschaft erklären. Auffällig ist, dass fast alle Klubs ihren Haushaltsplan gegenüber der vergangenen Saison zurückschrauben müssen und bei ihren Kaderplanungen überwiegend auf den eigenen Nachwuchs bauen. Generell verläuft der Handel nach folgendem Muster: Einkäufe sollen, wenn überhaupt, möglichst nichts kosten, verkauft werden dafür umso teurer. Die Ausnahme von der Regel ist natürlich Red Bull Salzburg, das sich weit jenseits der herkömmlichen Budgets aufhält und in jeder Hinsicht in einer eigenen Liga spielt.
Strengere Auflagen. Seit der Saison 96/97 gibt es dieses Verfahren, das allerdings so manchen groben Absturz nicht verhindern konnte. Die FC-Tirol-Pleite und der GAK-Crash, jeweils nach Meistertiteln, führten aber immerhin zu Nachbesserungen. Die Auflagen wurden strenger und ein Insolvenzverfahren im Verlauf einer Saison hat den automatischen Abstieg zur Folge. Die Spieler müssen per Unterschrift bestätigen, dass seitens des Klubs keine Gehaltszahlungen offen sind, womit zumindest in dieser Hinsicht offiziell keine zusätzlichen Belastungen drohen.
Standortwechsel wie im Fall von Austria Kärnten oder auch Magna Wiener Neustadt sind in dieser Form nicht mehr möglich. Es wird aber bis zur letzten Minute gefeilscht. Die meisten Klubs geben ihren Antrag morgen ab. Alle geben sich - vorbehaltlich der Haftung bei Austria Kärnten - zuversichtlich. Doch es bleibt ein bisserl eine Zitterpartie.
Features
Der Weg zur Lizenz
- 16. März: Einreichfrist der Lizenzunterlagen für alle Vereine. Innerhalb von zehn Tagen können Unterlagen, wenn unvollständig, noch nachgereicht werden.
- März/April: Überprüfung der Unterlagen durch Senat 5
- Bis 30. April: Entscheidung durch Senat 5 (1. Instanz), ob die Lizenz erteilt wird oder nicht.
- 10. Mai: Klubs, denen die Lizenz verweigert wurde, können innerhalb von zehn Tagen schriftlich Einspruch erheben. Neue Unterlagen und Beweismittel können innerhalb dieser Frist noch nachgereicht werden.
- 15.Mai: Das Protestkomitee entscheidet in zweiter Instanz über die Lizenz-Erteilung. Der verbandsinterne Instanzenzug ist damit zu Ende. Innerhalb von sieben Kalendertagen nach Zustellung kann der Verein Klage an das Neutrale Schiedsgericht erheben. Der ordentliche Rechtsweg ist ausgeschlossen. Neue Unterlagen werden aber nicht mehr zugelassen.
- 30. Mai: Endgültige Entscheidung des Neutralen Schiedsgerichts








