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Zuletzt aktualisiert: 20.02.2009 um 19:04 UhrKommentare

Franz Fekete: Sein Denkmal ist in den Bürgerherzen

Franz Fekete ist tot. Der Kapfenberger Altbürgermeister ist gestern im Alter von 87 Jahren gestorben. Legendär wurde der volksnahe Politiker nach der Gemeinderatwahl 1980 als "Mister 83 Prozent".

Vor kurzem ludt Alt-Bürgermeister die Fußballer des KSV zu einem Glas Sekt in den Vip-Klub des Franz-Fekete-Stadions

Foto © Christoph HeiglVor kurzem ludt Alt-Bürgermeister die Fußballer des KSV zu einem Glas Sekt in den Vip-Klub des Franz-Fekete-Stadions

Einer seiner letzten öffentlichen Auftritte galt einer ganz großen Liebe: dem Fußball. Nach dem ersten Bundesliga-Sieg der Kapfenberger Kicker seit 1966 - am 19. Oktober 2008 - lud Altbürgermeister Franz Fekete die KSV-Fußballer zu Sekt und Brötchen in den VIP-Klub des Stadions, das seit seinem 80. Geburtstag im Jahr 2001 seinen Namen trug. Doch sollte sich der Wunsch von KSV-Präsident Erwin Fuchs nicht erfüllen, der bei diesem Empfang gemeint hatte: "Franz, wenn wir in dieser Saison nicht absteigen, trinke ich das erste Glas Sekt wieder mit dir." Gestern Vormittag ist Franz Fekete im 88. Lebensjahr gestorben.

Legendär war Fekete seit den Gemeinderatswahlen 1980. Damals konnte er für die SPÖ in Kapfenberg sage und schreibe 83 Prozent der Stimmen einfahren - was ihm prompt den Beinamen "Mister 83 Prozent" eintrug.

Dieser Erfolg kam nicht von ungefähr. Bürgernähe war immer ein Markenzeichen Feketes. In einem Kleine-Zeitung-Interview hatte Fekete zu seinem 75. Geburtstag gemeint, er habe die Bevölkerung immer als seinen wichtigsten Verbündeten gesehen. Mit dieser Nähe zu den Leuten gelang ihm auch ein Husarenstück. Als Anfang der 1980er-Jahre das damalige Felten-Werk in Kapfenberg-Diemlach ins Trudeln kam, sperrten die Arbeiter die Straße zwischen Kapfenberg und Bruck, niemand konnte die Menge bewegen, die Sperre aufzuheben. Fekete telefonierte mit Bundeskanzler Bruno Kreisky. Dieser machte den Arbeitern ein Angebot: Beim Landesparteitag der SPÖ am Wochenende wird das Problem besprochen. Mit einer selbst gewählten Delegation der Arbeiter. Fekete überbrachte Kreiskys Angebot den Demonstranten - sie nahmen an und binnen Minuten war die Straße frei.

Herzen der Bevölkerung. "Was für den Gläubigen die Kirche, soll für den Bürger das Rathaus sein", lautete ein Credo Feketes. "Ich habe die Sorgen der Menschen zu meinen Sorgen gemacht" ein anderes. Um seine Beliebtheit wusste er genau. "Ich habe mein Denkmal in den Herzen der Bevölkerung", meinte er anlässlich seines 80. Geburtstags.

Fast 25 Jahre, vom 2. Jänner 1963 bis zum 27. November 1987, war Franz Fekete Bürgermeister von Kapfenberg. In seine Amtszeit fielen etliche wichtige Weichenstellungen. So wurde Kapfenberg 1971 Europa-Stadt, wurde 1973 die Sporthalle Walfersam gebaut, bekam die Stadt 1978 ein eigenes Gymnasium, wurde von 1979 bis 1983 der Tanzenbergtunnel als Kapfenberger Umfahrung gebaut - ein wichtiges Anliegen Feketes. Und schließlich wurde 1987 das damalige Alpenstadion, das heutige Franz-Fekete-Stadion, generalsaniert - der erste Schritt Kapfenbergs zur heutigen Sportstadt.

ULF TOMASCHEK

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