Das Geistertor schied die Geister
War die Nebelsuppe in Kapfenberg zu dick, oder hatten alle noch den Durchblick? Nein, sagen die Obersteirer.

Foto © GEPATrainer Gregoritsch ist sauer, dass das Spiel nicht abgebrochen wurde
Es war ein "Geistertor", dass der Wiener Austria in der 86. Minute den 2:1-Sieg in Kapfenberg bescherte. Ein "Geistertor", das nach dem Schlusspfiff die Geister schied, denn kaum einer hatte es gesehen. Zu dick war die Nebelsuppe im Fekete-Stadion und so war Kapfenbergs Trainer Werner Gregoritsch am Tag danach noch felsenfest überzeugt, dass "das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon längst hätte abgebrochen sein müssen. Die Bedingungen waren irregulär."
"Vorteil". Dem konnte Kapfenberg-Torhüter Martin Eisl nur beipflichten. Wenngleich er gegenüber dem Publikum einen "Vorteil" hatte: Er gehört zu jenem kleinen Kreis, der Auskunft über dieses "unsichtbare" Tor geben konnte. "Aber viel habe ich nicht gesehen, 20 bis 30 Meter. Es war eine Hereingabe, an der zweiten Stange ist Joachim Standfest frei gestanden, das war's." Zwischen der 70. und 75. Spielminute fiel der Nebel ins Fekete-Stadion ein. "Und spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie abgebrochen werden müssen, dann wäre das 1:1 gewertet worden. Wir hätten uns den Punkt verdient", kritisiert auch Eisl Schiedsrichter Thomas Gangl.
Bestimmungen. Ein Irrtum, wie Gerhard Kapl, der Vorsitzende der ÖFB-Schiedsrichterkommission, verrät. "Hätte Gangl das Match abgebrochen, dann wäre der Fall vor dem Strafausschuss der Bundesliga gelandet, denn der Senat 1 ist dafür zuständig. Und da in den Bundesliga-Bestimmungen in solchen Fällen die Austragung der Restspielzeit vorgesehen ist, hätte man wohl das Spiel zu einem anderen Zeitpunkt fertig gespielt." Eine Wertung des Ergebnisses wäre nur dann möglich, wenn der Abbruch kurz vor Spielende stattfindet und zu diesem Zeitpunkt das Match bereits entschieden ist. Und das war in Kapfenberg nicht der Fall.
Abbruch? Aber wann muss ein Schiedsrichter bei Nebel abbrechen? "Das ist Ermessenssache des Referees. Prinzipiell gibt es zwei Hilfestellungen für den Schiedsrichter. Sieht man nicht vom einen zum anderen Tor oder sieht der Assistent von der einen Seite nicht auf die andere Seite, dann muss man abbrechen."
"Das war der Fall", sagt Eisl, der Schiedsrichter sah's anders. Da scheiden sich eben die Geister. . .







