Höchststrafe für KSV-Fan
Nach der "Bombe" beantragt der Verein ein Stadionverbot für zwei Jahre.

Foto © GEPADer Böller explodierte in der Nähe dieses autos und beschädigte es schwer
Es war die 55. Minute im Spiel des KSV gegen Rapid. Aus dem Fansektor der Kapfenberger flog ein Knallkörper auf die Laufbahn, rollte unter ein Auto und explodierte. Die Wucht der Detonation riss dem Skoda den kompletten hinteren Stoßfänger weg, die Felgendeckel flogen davon, die Heckleuchten hingen nur noch an den Kabeln und sogar das Tankschloss (!) wurde herausgerissen. Wie sich später herausstellte, war es ein Sprengkörper der Pyrotechnik-Klasse IV (Großfeuerwerk), in Österreich legal nicht erhältlich. Die Spezialeinheit Cobra soll diese "Mini-Bomben" zum Aufsprengen von Türen verwenden.
Anzeige folgt. Die Polizei nahm einen 24-jährigen Kapfenberger fest, der nun bei der Staatsanwaltschaft Leoben wegen "vorsätzlicher Gefährdung durch Sprengmittel" angezeigt wird. Obwohl sich Spieler, Ordner und Ballbuben in unmittelbarer Nähe befunden haben, wurde beim Vorfall niemand verletzt. "Wenn ich denke, was da passieren hätte können, wird mir schlecht", gesteht Franz Schweiger, der beim KSV für die Sicherheit verantwortlich ist. Hätte der Täter den Böller im Sektor gezündet, hätte es zumindest Schwerstverletzte gegeben.
Die Konsequenzen sind auch so gravierend: Schweiger beantragt für den "Fan" ein österreichweites Stadionverbot für 24 Monate, außerdem muss er den schweren Schaden am Auto begleichen. Als Veranstalter bekommt der KSV von der Liga ebenfalls eine Geldstrafe - die wird der Klub aber via Anwalt an den Verdächtigen weiterreichen. "Wir gehen radikal gegen Störenfriede vor", so Schweiger.








