Liendl: "Das ist natürlich etwas Besonderes"
Michael Liendl - der Mann, der Kapfenbergs erstes Tor in der Bundesliga seit 41 Jahren schoss. Und Sun Xiang - der Mann, der mit seinem Last-Minute-Eigentor Kapfenberg den ersten Punkt in der Bundesliga bescherte.

Foto © GEPAMichael Liendl jubelt nach seinem Tor
Straße wird nach Michael Liendl in Kapfenberg keine benannt und Sonderprämie gibt es auch keine. Immerhin darf er sich aber rühmen, das erste Tor der Kapfenberger in der Bundesliga nach 41 Jahren geschossen zu haben. "Das ist natürlich etwas besonderes", freut sich der 22-jährige Mittelfeldspieler und seinen verwerteten Elfmeter gegen die Wiener Austria. Viel wichtiger ist für Liendl aber, dass sein Verein in der Bundesliga angeschrieben hat. "Und die Austria ist ja immerhin eine angesehene Mannschaft mit Ambitionen für die ersten drei Plätze." Das Unentschieden war letztlich zwar glücklich. "Aber wir waren gegen Ende aus meiner Sicht die bessere Mannschaft."
Gutes Omen. Letztes Jahr ist ihm der Knopf so richtig aufgegangen. 18 Tore und die Wahl zum Spieler der Ersten Liga legen davon eindrucksvoll Zeugnis ab. Zum Vergleich: In seinen bisherigen vier Spielzeiten in der Böhlerstadt hatte er es insgesamt auf gerade einmal zwölf Tore gebracht. "In der Vorbereitung habe ich besonders hart gearbeitet, der Trainer hat mich voll unterstützt und das letzte aus mir herausgeholt", erinnert sich der Topscorer der Falken, der über Nenzing in Vorarlberg und den GAK 2004 zu den Obersteirern gestoßen ist. "Ausschlaggebend war wahrscheinlich auch das Tor in der ersten Runde gegen Austria Lustenau." Ein gutes Omen für die laufende Saison also. "Jetzt bin ich in der Liga angekommen und weiß aus eigener Erfahrung, dass ich mithalten kann. Das ist sehr wichtig für's Selbstvertrauen. Vorher wusste ich ja auch nicht, wo ich stehe."
Unter Druck. Als Führungsspieler stand und steht Liendl natürlich besonders unter Druck, der durch das Brechen des Banns ein wenig geringer geworden ist. Die Unterschiede zur Ersten Liga hat der 22-Jährige schon nach den ersten 180 Minuten ausgemacht. "Wir haben gegen den Lask und auch gegen die Austria gesehen, dass jeder kleine Fehler sofort bestraft wird. Da müssen wir einfach routinierter werden und bessere stehen." Was die ersten zwei Spiele aber auch gezeigt haben, ist dass Kapfenberg kein Kanonenfutter ist. Schon gar nicht im heimischen Fekete-Stadion. "Da haben wir gezeigt, dass wir jeden schlagen können und dass wir nicht von allen in der Liga einfach abgeschossen werden."
KLAUS MOLIDOR
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