Steirische Industrieholding HTI kauft Elekronik-Firma Hitzinger
Die auch in der Steiermark stark verwurzelte Industrieholding HTI setzt auf den Bereich Leichtbau.

Foto © APA/Musterbild
Die börsennotierte Industriebeteiligungsholding HTI High Tech Industries AG, geführt vom steirischen Paradeindustriellen Peter Glatzmeier hat die Mehrheit an der Linzer Unternehmensgruppe Hitzinger erworben. Damit wird das Firmenprofil, das bisher die Bereiche Kunststoff- und Metallverarbeitung sowie Maschinenbau umfasst hat, um das Segment Elektromaschinenbau ausgedehnt.
Energieanwendungen.HTI-Vorstandschef Glatzmeier streicht insbesondere die strategische Bedeutung dieses Zukaufs heraus. "Mit der Integration wird der Leichtbau um den Bereich Energieanwendungen erweitert." Damit sei die HTI technologisch bestens gerüstet, um den steigenden Marktanforderungen gerecht zu werden, so Glatzmeier. Den umfassenden Akquisitionsprozess der jüngeren Firmenhistorie erklärt er damit für abgeschlossen.
Verschiedene Bereiche. Zu den wichtigsten Abnehmern der HTI-Produkte zählt die Autoindustrie. "Hier muss man den hohen Ölpreis auch als Chance verstehen", so Glatzmeier. Die HTI hat sich als Spezialist in Sachen Leichtbau etabliert und deckt die Bereiche Carbon-, Kunststoff- und Aluminiumbau ab. Um den Treibstoffverbrauch eindämmen zu können, ist die Reduzierung des Gewichts von Auto-Komponenten eine Schlüsselaufgabe. "Für mich sind Autos denkbar, die um ein Drittel leichter sind", so Glatzmeier. "Die Karosserie ist dabei nur ein kleiner Teil. Für den Konsumenten ist es aber auch wichtig, weiterhin die gewohnte Funktionalität zu erhalten." Auch in der Luftfahrt ist die HTI mit Kunden wie Airbus stark vertreten. Eine Perle des Konzerns ist die in Kapfenberg beheimatete BBG Baugeräte.
"Lady in Black". Mit dem Designer-Presslufthammer "Lady in Black" hat man es zum europäischen Marktführer in der Produktion von Drucklufthämmern gebracht. "Noch vor fünf Jahren hat in diesem Bereich kaum jemand die Bedeutung von Emissionen und Lärm beachtet", so Glatzmeier. Die BBG schon, das kommt ihr heute - wo es in diesem Bereich in Europa strenge Verordnungen gibt - zugute. Man werde auch weiterhin stark auf Forschung & Entwicklung setzen. In der firmeneigenen Innovations-Datenbank seien rund 700 neue Produktideen registriert, so Glatzmeier.
Ehrgeiziges Umsatzziel. Der Aktienkurs der HTI war in den letzten Monaten stark unter Druck geraten. Auch die Ergebnisse des ersten Quartals fielen nach den Wachstumssprüngen in den letzten zwei Jahren eher durchwachsen aus. Der gestrige Zukauf sorgte aber für ein Kursplus von 3,6 Prozent auf 3,2 Euro je Aktie. Das Ziel, den Umsatz des Konzerns auf 300 Millionen Euro zu steigern, möchte Glatzmeier in den kommenden zwölf Monaten erreichen. In drei Jahren sollen es 500 Millionen Euro sein.









