Der Glatzen-Eid des KSV
Das wird haarig. Kapfenberg setzt im Titelkampf auf Teambuilding der anderen Art. Meisterprämie gibt es keine, dafür wurden alle Verträge verlängert.

Foto © GepaMichael Liendl vom KSV
Franz Sever ist Tormanntrainer beim SV Kapfenberg. Und er hat eine Glatze. Am 16. Mai ist er aber vielleicht nicht mehr der einzige Glatzenträger beim Klub, denn an diesem Tag endet die Red-Zac-Meisterschaft. Und für den Fall, dass der KSV dann noch an der Tabellenspitze steht, hat sich die Mannschaft für die Meisterfeier eine kleine Gemeinheit einfallen lassen. "Die Idee wurde auf der Heimfahrt von Pasching nach dem Sieg gegen Aussee geboren", erinnert sich KSV-Boss Erwin Fuchs. In einer Raststätte entstand der erste Entwurf auf der Tischrechnung.
Der Boss protestiert. Wenige Tage später überraschten die Kicker mit einem fein säuberlich ausgearbeiteten Dokument im Glasrahmen, das in der Kabine und im Sekretariat hängt und im Original die Unterschriften von Kapitän Dominique Taboga und Fuchs trägt. "Meine Unterschrift haben sie hineingescannt", protestiert Fuchs grinsend. Der Präsident mit Glatze? Trainer Gregoritsch mit Glatze? "Wir sind eine Einheit, da sind alle dabei", stellt Fuchs klar. "Ich hoffe nur, sie treiben einen Profi-Friseur auf."
Titelchance. Bis dahin stehen noch zehn Runden am Programm, derzeit hat der KSV einen Vorsprung von sechs Punkten. Die Titelchancen bezeichnet Fuchs vorsichtig mit 50:50, für den Fall des Falles wurde aber vorgebaut. Bis auf die Legionäre hat man die Verträge mit allen Spielern bereits im Winter verlängert, jeweils in einer Version für die Red Zac- und ("mit moderater Lohnerhöhung") für die T-Mobile-Liga. "Falls wir aufsteigen, holen wir höchstens vier neue Spieler", so Fuchs. Meisterprämie gibt es keine. "So etwas hat niemand im Vertrag. Aber ganz ehrlich: Nach dem Fast-Abstieg im Vorjahr hätte ich auch eine Meisterprämie von 20.000 Euro unterschrieben."








