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Zuletzt aktualisiert: 22.02.2008 um 18:26 Uhr

Bypass im Bein jetzt durchs Schlüsselloch

Gefäßverengungen im Bein werden am LKH Bruck seit kurzem auch endoskopisch operiert. Durch diese Schlüsselloch-Methode wird der Eingriff kleiner, der Patient ist schneller wieder hergestellt.

Das Team des Departments Gefäßchirurgie am LKH Bruck an der Mur

Foto © KKDas Team des Departments Gefäßchirurgie am LKH Bruck an der Mur

Gefäßverengung in den Beinen kann verschiedene Ursachen haben. Zu 90 Prozent sind es starke Raucher, die darunter leiden - daher der Name "Raucherbein". Auch als Folgeerscheinung von Diabetes kommt es oft zu Gefäßverengungen.

Neue Methode. Eine bewährte Behandlungsmethode ist die Überbrückung der Engstelle mit einem Bypass: Ein Stück einer gesunden Vene wird dem Bein entnommen und als Arterien-Ersatz eingebaut. Damit kann das Bein wieder mit Blut versorgt werden. Die Brucker Gefäßchirurgie, die für die gesamte Obersteiermark zuständig ist, führt 60 bis 80 derartige Operationen im Jahr durch. Diese ist dann nötig, wenn die Verengung schon so weit fortgeschritten ist, dass weder Medikamente noch die Aufdehnung des Gefäßes Erfolg versprechen.

Kleine Wunden. Jetzt wurde in Bruck eine neue Methode eingeführt: Während bislang stets mit großen Schnitten operiert werden musste, gibt es nun auch für diese Bypass-Operation eine endoskopische Methode. Bei dieser "Schlüsselloch-Chirurgie" reichen wenige Zentimeter lange Schnitte für die Entnahme und den "Einbau" der Vene. Diese kleinen Wunden heilen naturgemäß schneller, es kommt auch seltener zu Komplikationen, und der Patient ist schneller wieder hergestellt.

Eingriffe bereits durchgeführt. Thomas Allmayer, der Leiter des Departments für Gefäßchirurgie am LKH Bruck, hat mit seinen drei Kollegen diese Methode am Deutschen Herzzentrum Mannheim studiert - das war kurz vor Weihnachten. Erste Eingriffe nach der neuen Methode werden bereits durchgeführt. Allerdings entstehen durch die neue Methode Zusatzkosten von 330 Euro pro Eingriff - Kosten, die nicht weiterverrechnet werden können. Von der Anstaltsleitung wurden fürs erste 30 derartige Eingriffe bewilligt, das ist immerhin fast die Hälfte im heurigen Jahr. Gefäßchirurg Allmayer betont aber, dass die Patienten das Spital früher verlassen und auch rascher wieder gesund seien. Volkswirtschaftlich ist die neue Methode also günstiger.

FRANZ POTOTSCHNIG

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